Besucherstatistik 2016 der Gedenk- und Erinnerungsstätten in BW

Thomas Stöckle (Mitte, mit Schal), der Leiter der Gedenkstätte Grafeneck, bei einer Führung vor dem Dokumentationszentrum in Grafeneck. (Foto: Frank Wagner)
Thomas Stöckle (Mitte, mit Schal), der Leiter der Gedenkstätte Grafeneck, bei einer Führung vor dem Dokumentationszentrum in Grafeneck. (Foto: Frank Wagner)
Über 290.00 Besucher-und 50.000 ehrenamtlich geleistete Stunden

Im Jahr 2016 haben 290.872 Personen die Gedenk-und Erinnerungsorte in Baden-Württemberg besucht. Diesen Wert erhob die Landeszentrale für politische Bildung (LpB) bei der Auswertung der jährlichen Besucherstatistik, an der sich 59 Gedenkstätten und Gedenkstätteninitiativen beteiligt hatten. Dies bedeutet einen leichten Rückgang im Vergleich zu den vorherigen Jahren, jedoch ist zu beachten, dass etwas weniger Gedenkstätten Besucherstatistiken einreichten als in den Jahren zuvor.

Die vielfältige  Gedenkstättenlandschaft in Baden-Württemberg umfasst jüdische Einrichtung, ehemalige Konzentrationslager, Orte, die an die Verfolgung von Sinti und Roma, an die NS-„Euthanasie“-Verbrechen sowie an den Widerstand erinnern, Erinnerungsstätten der Demokratiegeschichte Deutschlands und das DDR-Museum in Pforzheim.  

KategorienBesucherzahlenAnteil
Ehemalige Synagogen und jüdische Gemeindeeinrichtungen47.55030,2%
Konzentrationslager und Zwangsarbeit87.75330,2%
Euthanasie27.50010%
Sinti und Roma11.6134%
Aufklärung und Erinnerung an die NS-Zeit1.841<1%
Widerstand7.8472,7%
DDR4.1921,4%
Demokratie und Freiheit102.57635,3%
Gesamt290.872100%

Auszug aus einer Powerpoint-Präsentation zur Nutzungserhebung/Besucherstatistik 2016 bei der  LAGG-Jahresversammlung

Wie in den Jahren zuvor waren die Erinnerungsstätten zur Demokratiegeschichte und Freiheitsbewegungen Spitzenreiter bei den Besucherzahlen. Hier wurden 102.576 Personen gezählt, die Gedenkorte, die sich bspw. Persönlichkeiten wie Friedrich Ebert oder Theodor Heuss widmen, besuchten. Auch die ehemaligen Konzentrationslager und Orte der Zwangsarbeit konnten ihre Besucherzahlen konstant hoch halten. 87.753 Besucher wurden gezählt.

Etwa 71 Prozent der Besucher waren Erwachsene und 29 Prozent Kinder und Jugendliche. In diversen Gedenkstätten war der Anteil der Kinder und Jugendlichen jedoch höher. So machten diese im Bereich Konzentrationslager und Zwangsarbeit ca. 54 Prozent der Besucher aus. Insgesamt ist der Anteil der jüngeren Besucher zwar leicht zurückgegangen, jedoch stimmen die 1.466 pädagogischen Angebote, die im letzten Jahr an den Gedenkstätten absolviert wurden und der Anstieg der Zahl der Jugendguides um fast 40 Prozent zuversichtlich.

Zudem wurden 4.300 Führungen und 3.045 Beratungsgespräche durchgeführt - mehrheitlich von den über 630 regelmäßig tätigen Ehrenamtlichen. Diese leisteten insgesamt mehr als 50.000 Arbeitsstunden, um dem Vergessen etwas entgegen zu setzen und den Wert von Demokratie, Menschenrechten und europäischer Einigung sichtbar zu machen.

Download der Besucherstatistik 2016  Gedenk- und Erinnerungsstätten in Baden-Württemberg (LAGG Jahresversammlung 12. März 2017, Felix Neugebauer) (PDF, 513 KB)



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