Jüdischen Museum Gailingen: "Die Hasgalls – Zwischen Torah und Handwerk"

Ausschnitt aus dem Flyer der Sonderausstellung in Gailingen
Ausschnitt aus dem Flyer der Sonderausstellung in Gailingen

Sonderausstellung:
Zur Geschichte der jüdischen Familie Hasgall im Jüdischen Museum Gailingen Termin: 18. September 2017 bis 31. März 2018

„Harem Keren Jisrael Amecha“ – „Erhöhe, o Herr, die Würde deines Volkes Israel“, so betet man an Rosch haSchana, dem jüdischen Neujahrsfest, und an Jom Kippur, dem Tag der Sühne. Das hebräische Wort „Keren“, das hier im übertragenen Sinne die „Erhöhung der Würde“ bezeichnet, meint im eigentlichen Sinne „Horn“. Und so symbolisiert auch das Einhorn die Reinheit und die Tugend, die Josef, einem der zwölf Stammväter des Volkes Israel, zugeschrieben werden.

Ein solches Einhorn, gefertigt im Graveurbetrieb der jüdischen Familie Hasgall, ist als Kunstgegenstand in der Sonderausstellung zu sehen und versinnbildlicht den Anspruch der Ausstellung, das Leben der Familie Hasgall zwischen Torah und Handwerk, zwischen Frömmigkeit und Fleiß darzustellen.

Um das Jahr 1800 kam die Familie Hasgall von Fürth nach Gailingen, wo der älteste Sohn des Brillenhändlers Jecheskel ben Seligman, Ezechiel, das Handwerk des Graveurs erlernte und den über vier Generationen bestehenden Graveurbetrieb der Familie begründete. Bis an die Schwelle des 19. Jahrhunderts waren die Juden durch die Zünfte von jeder handwerklichen Tätigkeit ausgeschlossen – Ausnahme war das Handwerk der Graveure, für das es keine Zunft gab.

Die Sonderausstellung stellt eine Familie frommer und fleißiger Juden vor. Gezeigt werden Musterzeichnungen und Katalogfotos, denen gefertigte Stücke gegenübergestellt werden. Die Ausstellung ist noch bis zum 31. März 2018 im Jüdischen Museum Gailingen zu sehen.

Programm (Download als PDF)



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