Jugendprojekt: Zugänglichkeit des Geschichtslehrpfad "Goldfisch"

Auszubildende des Fachbereichs Garten- und Landschaftsbau beim Berufsbildungswerk der Johannes-Diakonie Mosbach sowie Azubis des Forstamts Schwarzach arbeiten daran, den Pfad wieder „wanderfest“ und trittsicher zu machen.

Das integrative Jugendprojekt „Zugänglichkeit Goldfisch-Pfad“ vom 5. bis 7. April 2017 in Obrigheim brachte Auszubildende des Fachbereichs Garten- und Landschaftsbau beim Berufsbildungswerk der Johannes-Diakonie Mosbach sowie Azubis des Forstamts Schwarzach zusammen. Dazu kamen an einem Tag noch Schüler der Realschule Obrigheim.

Ziel des Projekts war es, den Pfad zum Frühlingsbeginn wieder trittsicher zu machen und in Stand zu setzen. Moniereisen wurden installiert um die neugeschaffenen Stufen zu fixieren, eine Sitzbank gefertigt, ein neues Geländer gezimmert und ein Hinweisschild platziert.

Der Pfad bildet einen „Geopunkt“ im Unesco-Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald. Die Gipsgrube Obrigheim bildet bei der Einrichtung des Geoparks vor nun mehr 13 Jahren den Ausgangspunkt für zwei „Geopunkte“ in Pfadform:

  • Zum einen den Gipslehrpfad am Neckarufer-Radweg, welcher den Bodenschatz der Region und seine bergmännische Gewinnung seit dem Jahr 1847 thematisiert.
  • Zum anderen den Geschichtslehrpfad „Goldfisch“. Der Geschichtslehrpfad bildet einen rund 2,5 km langen Rundweg.

Hinter dem Tarnnamen „Goldfisch“ steckt das vom Großraum Berlin an den Neckar verlagerte Daimler-Benz-Motorenwerk Genshagen bei Ludwigsfelde/Brandenburg. Die mechanische Fertigung der größten deutschen Flugzeugmotorenfabrik wurde 1944 fast vollständig unter die Erde in die Gipsgrube Obrigheim geschafft und dort neu aufgebaut.


Jugendliche arbeiten an der Stufen für den Lehrpfad "Goldfisch".

Die unterirdischen Stollen der ehemaligen Fabrik "Goldfisch" sind jedoch nicht begehbar. Für die damaligen Bauarbeiten verwendete man KZ-Häftlinge, in der eigentlichen Motorenfertigung wurden freie Arbeiter, aber vor allem „Fremdarbeiter“ aus vielen Ländern eingesetzt. Insgesamt beschäftigte "Goldfisch" rund 10.000 Menschen. Nach dem Krieg wurde die beschlagnahmte Gipsgrube an die Firma Portland Zement zurückgegeben. Bis heute wird in den Bergen am Neckarufer Gips abgebaut.

Organisiert wurde das Projekt vom Verein KZ-Gedenkstätte Neckarelz, neben dem Berufsbildungswerk der Johannesdiakonie  und der Gemeinde Obrigheim waren der Neckar-Odenwald-Kreis als Träger des Forstamts und der Straßenmeisterei, die Firma HeidelbergCement, der Geo-Naturpark und die Realschule Obrigheim  beteiligt. Als inklusives Bildungsprojekt für Kopf, Herz und Hand wurde es zudem von der Landeszentrale für politische Bildung gefördert.


Gruppenbild mit dem Obrigheimer Bürgermeister Achim Walter und den Projektbeteiligten vor der neuen "Godlfisch" Hinweistafel am Neckaruferradweg. Rechts eine Tafel des Gipslehrpfades.


Weiter Informationen:

  • KZ-Gedenkstätte Neckarelz
  • Lehrpad Goldfisch
    Der Pfad ist jederzeit frei zugänglich.
    Festes Schuhwerk ist erforderlich, insbesondere bei Nässe. Der Pfad ist selbsterklärend.
    Der Pfad befindet sich nicht direkt neben der KZ-Gedenkstätte, sondern in Obrigheim auf der anderen Neckarseite (ca. 5km entfernt).
  • Führungen können bei der Gedenkstätte Neckarelz gebucht werden. Dauer ca. eineinhalb Stunden.
    Besucherinfo Geschichtslehrpfad "Goldfisch"
    Anfrage Gruppenbesuche
  • Kosten: Kein Eintritt, Führung Erwachsene 20 Euro, Führung ermäßigt 10 Euro.



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