Rückblick: Fachtagung - Aktives Erinnern

Programmtitel der Fachtagung "Aktives Erinnern
Programmtitel der Fachtagung "Aktives Erinnern

Jugendliche als Akteure historisch-politischer Bildungsarbeit

11.-12.6.2015 in Stuttgart

Kinder und Jugendliche unserer heutigen multikulturell geprägten Gesellschaft bringen unterschiedliche Vorstellungen und Bewertungen von historischen Ereignissen mit.
Familienerinnerungen aus der Generation der Eltern und Großeltern gehören ebenso dazu wie konkrete Erinnerungen aus eigenem Erleben in einem Land außerhalb Deutschlands oder Europas.
Für die Veranstalter und viele andere Gedenkstätten und Erinnerungsorte ist die Partizipation von Jugendlichen in historisch-politischen Bildungsprozessen eine der zentralen Voraussetzungen für eine gelingende und sinnstiftende Erinnerung.
Sie trägt dazu bei, Lebensweltorientierung ernst zu nehmen und (familien)biografische Zugänge zu eröffnen. Durch die aktive Teilhabe erleben die Jugendlichen Selbstwirksamkeit und werden darin gestärkt, sich für Freiheit, Selbstbestimmung und Demokratie einzusetzen.

Die Tagung wollte einen interdisziplinären Beitrag zum Austausch von Lehrkräften und außerschulischen Bildnerinnen und Bildnern leisten. Sie hat Erinnerungsorte als außerschulische Lernorte vorgestellt und gestärkt und die kritische Reflektion der eigenen Bildungsarbeit in Schule und außerhalb angeregt.

Die Fachtagung, die in Stuttgart stattfand, ist eine Kooperationsveranstaltung

  • der Bundeszentrale für politische Bildung,
  • des Anne Frank Zentrums Berlin,
  • der Stuttgarter Jugendhaus gGmbH - lernort gedenkstätte,
  • des Stadtmuseums Stuttgart und der
  • Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg.
Die Tagung richtete sich an:
  • Lehrerinnen und Lehrer verschiedener Schultypen
  • Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an Gedenkstätten, Museen und anderen Bildungseinrichtungen
  • Jugendliche und junge Erwachsene, die sich in historisch-politischen Projekten betätigen
  • Wissenschaftliche und pädagogische Fachkräfte und Studierende


Programmflyer zum Download

ausführliche Programm zum Download


RÜCKBLICK:

Tag 1: Dokumentation und Exkursionen

Einst Kloster, dann Polizeirevier, heute Bildungszentrum: Der Stuttgarter Hospitalhof, an dem am 11. und 12. Juni 2015 die Tagung „Aktives Erinnern. Jugendliche als Akteure historisch-politischer Bildungsarbeit“ stattfand, ist selbst ein Erinnerungsort.
Darauf wies zum Auftakt der Veranstaltung Pfarrerin Monika Renninger, Leiterin des Bildungszentrums, hin. „Wir haben eine Gedenktafel zur Geschichte des Hospitalhofs zwischen unseren beiden Gebäuden errichtet“, sagte Renninger. „Die Gedenktafel steht im Stadtraum. Sie steht im Weg.“


Informationstische bei der Tagung im Stuttgarter Hospitalhof

Es war ein treffendes Bild. Denn wie man Erinnerungen, sinnstiftende und identitätsprägende, persönliche und gemeinschaftliche, dorthin trägt, wo sie die Menschen erreichen, das wollten die Teilnehmer der Tagung zwei Tage lang thematisieren.

Begrüßt wurden sie von Brigitte Lösch, Vizepräsidentin des baden-württembergischen Landtags.


Beginn der Tagung. Brigitte Lösch begrüßt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

„Der 8. Mai war ein Tag der Befreiung“, zitierte Lösch aus Richard von Weizsäckers berühmter Rede, die er 1985, 40 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs, hielt und die sich nun ihrerseits zum 30. Mal jährte. Doch sei es keine Befreiung von der Vergangenheit gewesen, vielmehr die Chance auf einen neuen Umgang mit der Vergangenheit, so Lösch. Einen Schlussstrich dürfe es nicht geben. Noch einmal zitierte sie von Weizsäcker: „Die Jungen sind nicht verantwortlich fu?r das, was damals geschah. Aber sie sind verantwortlich fu?r das, was in der Geschichte daraus wird.“

Patrick SiegelePatrick Siegele vom Berliner Anne Frank Zentrum betonte deshalb in seiner Begrüßungsrede, dass auch Jugendliche, nicht nur Bildungsexperten und Lehrer, an der Tagung teilnehmen: „Uns war es wichtig, nicht nur über Jugendliche, sondern mit Jugendlichen zu reden.“

Die Vorträge von Prof. Dr. Martin Lücke, Geschichts- und Kulturwissenschaftler an der Freien Universität Berlin, und Dipl.-Theologe Holger Viereck, Akademischer Mitarbeiter an der PH Ludwigsburg im Fach Geschichte und seit mehr als 20 Jahren Lehrer an der Anne-Frank-Realschule Stuttgart, bildeten die theoretische Grundlage für den ersten Tagungstag.

Die an die Vorträge anschließende Diskussion wurde von Sibylle Thelen (Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg) moderiert.

Lücke plädierte in seinem Vortrag für ein demokratisches und partizipatives Lernen an schulischen und außerschulischen Lernorten – also eines, das die grundsätzliche Wandelbarkeit von Herrschaft und Ungleichheiten im Lauf der Geschichte erfahrbar macht. Nur dann könne geschichtliches Wissen vermitteln, so Lücke, „dass Herrschaft grundsätzlich, also auch in unserer Gegenwart und für die Zukuft wandelbar ist.“ Gerade der Wandel sei es, der historisches Lernen mit Menschenrechtsbildung verküpfe. Den Wandel in der Vergangenheit und dessen Randbedingungen gelte es sich durch historisches Erzählen anzueignen. Dieses Bewusstsein wiederum bilde die Grundlage für die Befähigung, sich für demokratischen Wandel heute einzusetzen.


Vortrag von Martin Lücke:
„Demokratisches (Geschichts-)Lernen an Schulen und außerschulischen Bildungsorten“
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Zur Person:
Prof. Dr. Martin Lücke, Freie Universität Berlin, Fachbereich Geschichte und  Kulturwissenschaften, Arbeitsbereich Didaktik der Geschichte



Am Pult: Prof. Dr. Martin Lücke über ein demokratisches und
partizipatives Lernen an schulischen und außerschulischen Lernorten. Foto: Achim Zweygarth, LpB

Martin Lücke charakterisierte wohlverstandenes historisches Lernen als „produktive eigensinnige Aneignung vergangener Wirklichkeiten als selbst erzählte Geschichte.“. Diese Definition, die er gemeinsam mit seinen Studenten erarbeitete, beinhaltet für Lücke zum einen, „dass der Eigen-Sinn der Lernenden – und nicht etwa die Vorgabe einer Kultusbürokratie – maßgeblich ist“ und zum anderen, „dass es immer mehrere vergangene Wirklichkeiten sein müssen, die thematisiert werden“. Elementar also sei eine Vielfalt an Perspektiven. Statt der bloßen chronologischen Wiedergabe von Ereignissen, die sich in der Geschichte zugetragen haben, gehe es um das Nacherleben von alternativen Sichtweisen und Handlungsmöglichkeiten. Dann könne es gelingen, „soziale Kategorien und Herrschaftsebenen narrativ zu verflüssigen“. Geschichtslernen wäre dann weit mehr als reines Faktenwissen. Es würde zu einem „lebenspraktisch wirksamen Werkzeug von Herrschaftskritik“, einem, so Lücke, „Zerzählen“ von Herrschaft.

Wenn diese aktive Geschichtserfahrung gelinge, so Lücke, und wenn zudem mittels Menschenrechtsbildung konkrete Ziele und normative Bezugspunkte in der Gegenwart aufgezeigt würden, befähige dies Jugendliche, sich in aktuellen gesellschaftlichen und politischen Prozessen einzubringen. Auf diese Weise ließe sich tatsächlich etwas aus der Geschichte lernen. Lücke kritisierte, dass dieser Idealfall viel zu selten eintrete, und nahm seine eigene Zunft – die Geschichtsdidaktiker – in die Pflicht: „Zwar sprechen wir unentwegt davon, dass historisches Lernen Orientierung für die Zukunft bringt. Wie wir uns eine solche Zukunft vorstellen, beantworten wir aber äußerst ungern.“


Vortrag von Holger Viereck:
"Geschichte aktiv erinnern - Gegenwart auf Zukunft hin gestalten. Blicke in die Praxis des Geschichtsunterrichts"
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Zur Person: Dipl. Theol. Holger Viereck, Pädagogische Hochschule Ludwigsburg


Holger Viereck pflichtete Lücke bei: „Geschichte ist nicht Vergangenheit. Auch wenn man das manchmal durcheinanderwirft.“ Der Geschichtsunterricht an der Schule habe seine Berechtigung allein darin, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander in Verbindung zu setzen. Nur so werde aktives Erinnern ermöglicht. Die Verantwortung dafür, dass dies gelinge, liege zu einem Gutteil beim jeweiligen Lehrer – auch wenn einige Kollegen darüber klagten, dass „der Stoff drückt“. Es gebe Freiräume, die gestaltbar seien, so Viereck: „Der Bildungsplan sagt seit 2004 in Baden-Württemberg nicht: Das und das muss drin sein. Sondern: Das und das muss herauskommen. Und ein Viertel des Lehrplans muss jede Schule selbst entwickeln. Es gibt mehr Möglichkeiten, als man denkt.“


Einführungsvortrag von Dipl.-Theologe Holger Viereck. Foto: Achim Zweygarth, LpB

Das geschichtliche Lernen an Schulen und an außerschulischen Orten habe in den vergangenen Jahrzehnten eine positive Entwicklung durchgemacht, konstatierte Viereck: „Als ich zur Schule ging, in den 60er und 70er Jahren, war klar: Geschichte ist, was im Geschichtsbuch steht.“ Heute sei Lehrenden wie Lernenden klar, dass das nicht der richtige Zugang sei. „Wenn man andere Fragen stellt, bekommt man andere Antworten. Und wenn man andere Quellen befragt, ergeben sich andere Perspektiven.“

Als Beispiel für einen Erinnerungsort, der dies eindrücklich erfahrbar mache, nannte Viereck die Stauffenberg-Gedenkstätte im Alten Schloss Stuttgart: Hier sei dokumentiert, wie sich die Einschätzung des versuchten Hitler-Attentats über die Jahrzehnte hinweg gewandelt habe. Als Geschichtslehrer müsse man versuchen, den Schülern die Abhängigkeit von geschichtlichen Kontexten bewusst zu machen – und ihnen klarzumachen, dass auch sie Teil der Geschichte, „dieses langen Wegs“, seien.

Im Anschluss an die Vorträge und Diskussionen brachen die Teilnehmer der Tagung zu Exkursionen auf, um weitere Positivbeispiele für historisch-politische Bildungsarbeit kennenzulernen.


Die Exkursionen:
  • »Deine Anne. Ein Mädchen schreibt Geschichte« –
    Wanderausstellung des Anne Frank Zentrums
    mehr...
  • Das Wagenburg Gymnasium Stuttgart und seine ehemaligen jüdischen Schüler: Ein Denkmalprojekt
    mehr...
  • »Denkmal erfahren« mit Schülerinnen und Lehrkräfte des Albertus-Magnus-Gymnasiums Stuttgart
    mehr...
  • Barrierefreier Rundgang »Stuttgart im Dritten Reich« - Stadtjugendring Stuttgart e.V.
    mehr...

Abends fand im Stuttgarter Rathaus die Ernennung der Anne-Frank-Botschafterinnen und -Botschafter 2015 statt: Jugendlichen, die in ganz Deutschland – von Lübeck bis Nürnberg, von Erfurt bis Essen – eeigenverantwortlich zivilgesellschaftliche Projekte initiiert haben. Landtagsvizepräsidentin Brigitte Lösch dankte ihnen mit einem Zitat von Anne Frank für ihr Engagement: „Wie herrlich ist es, dass niemand eine Minute zu warten braucht, um damit zu beginnen, die Welt langsam zu ändern!“


Die Anne-Frank-Botschafterinnen und  -Botschafter 2015 im Stuttgarter Rathaus

Im Rahmen der Ehrung lasen Gerti Elias, Ehefrau des kürzlich verstorbenen Cousins von Anne Frank Buddy Elias, und die Schauspielerin Mala Emde („Meine Tochter Anne Frank“) aus dem Buch „Grüße und Küsse an alle. Die Geschichte der Familie von Anne Frank“. Gerti Elias gab den jungen Botschafterinnen und Botschaftern etwas mit auf den Weg, das zugleich ein Motto der Tagung hätte sein können: „Wenn die jungen Menschen anderen jungen etwas erklären, ist das oft viel mehr wert, als wenn Erwachsene das tun.“


Gerti Elias (rechts) und Mala Emde (links) bei der Lesung
aus dem Buch  „Grüße und Küsse an alle. Die Geschichte der Familie von Anne Frank“.


Tag 2: Dokumentation und Worldcafes

Am zweiten Tag der Tagung stand die kritische Auseinandersetzung mit Konzepten zur Partizipation von Jugendlichen an historisch-politischen Bildungsprozessen im Vordergrund.

  • Was bedeutet Peer-Education?
  • Und wozu dient sie tatsächlich?
  • Sollen durch sie junge Menschen befähigt werden, emanzipiert eigene Projekte und Ziele zu verfolgen oder
  • dient sie vielmehr „Erwachsenenzwecken“?

Mit dieser provokanten Fragestellung eröffnete Patrick Siegele vom Anne Frank Zentrum den Tagungstag.



Vortrag von Martin Nörber:
Peer Education – kritische Reflektion eines pädagogischen Konzepts
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Zur Person: Dr. Martin Nörber
Hessisches Sozialministerium Wiesbaden, Abt. Jugend



Patrick Siegele (links) und Dr. Martin Nörber (rechts) Foto: Achim Zweygarth, LpB

Erste Antworten lieferte Dr. Martin Nörber von der Abteilung Jugend des Hessischen Sozialministeriums in seinem Vortrag: „Es reicht nicht, einfach mal zu machen – Hauptsache, da sind Jugendliche dabei. Peer-Education müsse man als Konzept verstehen und ihre Anwendung kritisch reflektieren. Es sei wichtig, die Jugendlichen vorab zu qualifizieren, ihnen eine machbare Aufgabe zu geben und sie eigenverantwortlich an einem Thema arbeiten zu lassen. „Eigentlich sollte nicht das historisch-politische Thema, sondern der junge Mensch und dessen Persönlichkeit im Mittelpunkt stehen“, lautete daher eine seiner zentralen Aussagen.

Dass es eine Leitbildorientierung der Träger gebe, bisweilen auch die Bindung an öffentliche Mittel eine gewissethematische Zielrichtung festlege, sei ihm natürlich bewusst, konstatierte Nörber in der anschließenden, sehr lebhaften, Diskussion mit den Tagungsteilnehmern. Es sei aber wichtig, den Jugendlichen diese Begrenzungen transparent zu machen und sie nicht als „Parteisoldaten“ für das Erreichen eigener Ziele zu instrumentalisieren.


Die World Cafés


„World Cafés“ - die Vorstellungsrunde. Foto: Achim Zweygarth, LpB

Im Rahmen eines „World Cafés“ wurden gelungene Praxisbeispiele zur Beteiligung junger Menschen an historisch-politischer Bildung vorgestellt:

Die wichtigsten Einsichten aus den acht im „World Café“ vorgestellten Projekten wurden anschließend präsentiert.


Davon ausgehend diskutierte Dr. Anja Dauschek (Stadtmuseum Stuttgart) mit ihren vier Podiumsgästen Ann-Cathrin Simon (Peer Guide, lernort Gedenkstätte), Thomas Heppener (Referatsleiter „Vielfalt und Demokratie“, BMfFSFJ und ehem. Direktor des Anne Frank Zentrums), Annette Lein (Gedenkstättenpädagogin, DZOK Ulm) und Katharina Hermes (stud. Grundschullehrerin, Heimatsucher e.V.) über die Frage, was eine erfolgreiche Beteiligung Jugendlicher an historisch-politischer Bildungsarbeit ausmacht.

Weitere Fragen waren: Inwiefern schränken von Erwachsenen gesetzte Rahmenbedingungen die Jugendlichen ein? Welche Grenzen und Hemmnisse gibt es für die Arbeit? Wie wichtig ist das Zusammenspiel von Schule und außerschulischen Lernorten?

„Spaß ist wichtig, denn sonst kann man Jugendliche für so eine Arbeit nicht gewinnen“, betonte Ann-Cathrin Simon gleich zu Beginn. Ohne Spaß an der Arbeit, gerade auch bei sehr ernsten Themen, sei der Erfolg eines Projektes von vornherein gefährdet.  „Wichtig ist außerdem auch, dass man Verantwortung bekommt und selbst Änderungsvorschläge machen oder diskutieren darf. Uns Jugendlichen wird viel zu oft gesagt, wie wir gedenken sollen, nicht wie wir gedenken wollen – das ist ein zentrales Problem.“

Gemeinsam zu diskutieren und miteinander zu verhandeln, ergänzte Annette Lein, sei auch wichtig dafür, dass Jugendliche mit Strukturen und Vorgaben, die durch die Institutionen nun einmal gesetzt seien, umgehen können, ohne sich eingeengt zu fühlen.
Grenzen und Hemmnisse für historisch-politische Bildungsarbeit von Jugendlichen gebe es viele, stellten die Podiumsgäste dar. „Die Jugendlichen dürfen nicht den Rucksack der Alten aufgesetzt bekommen“, so Thomas Heppener. „Gegebenenfalls haben sie heute einen ganz anderen Zugang zu dem Thema oder eine ganz andere Perspektive. Das muss man akzeptieren.“
Dies ist umso wichtiger, da junge Menschen in der Regel zumindest finanziell von Älteren abhängig seien, wie Katharina Hermes betonte: „Ohne Titel oder Prestige ist es sehr schwer für Jugendliche, selbst an Fördermittel zu kommen.“

Einigkeit herrschte bei den Podiumsgästen über ein entscheidendes Hindernis: Bei den Jugendlichen herrsche heute regelrecht Zeitnot. Neben der Schule  bleibe kaum mehr Raum für freiwilliges Engagement. Auch deshalb sei eine enge Zusammenarbeit von Schule und außerschulischen Lernorten als Erfolgsfaktor zentral: Auf diese Weise entstehe häufig der erste Kontakt zu außerschulischen Lernorten, später sei es essenziell, dass die Schule die Arbeit der Jugendlichen unterstütze. „Es ist wichtig, dass die Lehrer den Mehrwert von außerschulischen Projekten erkennen und diese auch selbst nutzen, trotz G8 und Zeitproblemen“, machte Annette Lein deutlich „Das muss man, etwa durch Fortbildungen, den Lehrern immer wieder in Erinnerung rufen.“

Der größte der  abschließenden Wünsche, die die Podiumsgäste für eine gelungene Beteiligung von Jugendlichen an historisch-politischer Bildung äußerten, erscheint vor diesem Hintergrund naheliegend: Mehr selbstbestimmte Zeit für Jugendliche, damit sie sich überhaupt engagieren können. Weitere Wünsche waren: Mehr Geld für die Projekte. Mehr Flexibilität bei den Erwachsenen. Und mehr eigene Verantwortung für die Jugendlichen innerhalb der Bildungsarbeit.


Die Tagungsbeobachterin Lisa Rosa. Foto: Achim Zweygarth, LpB

Beendet wurde der zweite Tagungstag mit der Tagungsbeobachtung von Lisa Rosa vom Hamburger Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung sowie der Schlussbemerkung von Patrick Siegele: „Die Tagung hat uns allen eines deutlich gemacht: Wir sind bei der historisch-politischen Bildungsarbeit mit Jugendlichen nicht nur Lehrende, sondern vor allem sind wir auch selbst Lernende.“



Tagungsbeobachtung und Zusammenfassung von Lisa Rosa
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Zur Person: Lisa Rosa
Studium der Politische Wissenschaften, Geschichte und Musik, Lehrerin an einer Gesamtschule in Westberlin und an einem Hamburger Gymnasium. Seit 2005 in der Unterrichtsentwicklung im Referat Gesellschaft des Landesinstituts für Lehrerbildung und Schulentwicklung Hamburg.


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