Die NS-"Euthanasie"-Verbrechen in Grafeneck 1939/40

Gedenkstätte und Dokumentationszentrum Grafeneck. Fotos: Gedenkstätte Grafeneck
Grafeneck auf der Schwäbischen Alb steht für den Beginn der industriellen Ermordung von Menschen im NS-Staat. Vor 75 Jahren, am 14. Oktober 1939, wurde das Samariterstift Grafeneck beschlagnahmt.

Ausstellungen, Vorträge, Gedenkveranstaltungen
75 Jahre nach Beginn der industriellen Ermordung von Menschen im NS-Staat

Vom 18. Januar 1940 bis zum 13. Dezember 1940 wurden in Grafeneck 10.654 Menschen ermordet. Die Männer, Frauen und Kinder stammten aus 48 Behinderteneinrichtungen und psychiatrischen Kliniken im heutigen Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen.

In dem von den NS-Tätern zynisch als „Euthanasie“ bezeichneten Massenmord zeigte sich die Verbindung von nationalsozialistischer Rassenlehre, Eugenik und Rassenhygiene: NS-„Euthanasie“ reduzierte den Wert des Lebens auf die Produktivität des Individuums, auf dessen „Nützlichkeit“ für den „Volkskörper“.

75 Jahre nach diesem Zivilisationsbruch möchte die Gedenkstätte Grafeneck in Kooperation mit der Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten und Gedenkstätteninitiativen (LAGG) und der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg auf die vielfältigen Veranstaltungsangebote hinweisen, die sich mit den „Euthanasie“-Verbrechen der NS-Zeit, aber auch mit der historischen Aufarbeitung und der Geschichte der Erinnerungskultur befassen werden.

Die Opfer von Grafeneck stammten aus allen Stadt- und Landkreisen Baden-Württembergs. Dies geht aus dem Ortsbuch der Gedenkstätte hervor.

Dem aktuellen Forschungsstand zufolge hatte jede größere Stadt und eine überwältigende Zahl mittlerer und kleinerer Gemeinden im heutigen Baden-Württemberg Opfer zu beklagen.

Das Gedenkstättenportal informiert über die Geschichte Grafenecks, über den Begriff der NS-„Euthanasie“ und den Umgang mit diesem für die Landesgeschichte Baden-Württembergs bedeutsamen Thema.

Unter dem Menüpunkt Termine u. Orte finden Sie die nächsten Veranstaltungen zum Thema.


 

Ministerpräsident Kretschmann erinnert an die Opfer der NS-„Euthanasie“

 

Als erster Ministerpräsident von Baden-Württemberg hat Winfried Kretschmann am 27. März 2015 die Gedenkstätte Grafeneck für die Opfer der NS-„Euthanasie“ auf der Schwäbischen Alb besucht.
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