Gedenkstätten in Baden-Württemberg

 

Besucherstatistik 2015 der Gedenk- und Erinnerungsstätten in BW

Thomas Stöckle (Mitte, mit Schal), der Leiter der Gedenkstätte Grafeneck, bei einer Führung vor dem Dokumentationszentrum in Grafeneck. (Foto: Frank Wagner)
Thomas Stöckle (Mitte, mit Schal), der Leiter der Gedenkstätte Grafeneck, bei einer Führung vor dem Dokumentationszentrum in Grafeneck. (Foto: Frank Wagner)

Erneut deutlich mehr als 300.000 Besucher an baden-württembergischen Gedenkstätten im Jahr 2015 – großer Zuwachs an Kindern und Jugendlichen

Im Jahr 2015 haben insgesamt 308.290 Personen die Gedenk- und Erinnerungsstätten im deutschen Südwesten besucht. Diesen Wert erhob die Landeszentrale für politische Bildung (LpB) bei der Auswertung der jährlichen Besucherstatistik, an der sich 62 Gedenkstätten und Gedenkstätteninitiativen beteiligt hatten.

62 Prozent der Besucher waren Erwachsene und 38 Prozent Heranwachsende – damit gelang es im vergangenen Jahr insbesondere, deutlich mehr Kinder und Jugendliche mit den Angeboten der Gedenkorte anzusprechen. Spitzenreiter waren auch in diesem Jahr diejenigen Erinnerungsorte, die sich mit Demokratiegeschichte und Freiheitsbewegungen beschäftigen. Rund 34 Prozent aller Besucher wurden an diesen Orten gezählt. Zu den Erinnerungs- und Demokratieorten zählen unter anderem die Friedrich-Ebert-Gedenkstätte in Heidelberg sowie das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, ebenfalls in Heidelberg.

Während die Besucherzahlen an den Gedenkorten jüdischen Lebens – also an ehemaligen jüdischen Gemeindeeinrichtungen und Synagogen – leicht rückläufig waren, knüpfte der Aufwärtstrend bei KZ-Gedenkstätten an die Steigerung der Vorjahre an. Verglichen zum Vorjahr besuchten neun Prozent mehr Menschen eine KZ-Gedenkstätte. Die zumeist ehrenamtlich betriebenen Gedenk- und Erinnerungsorte im Land boten zudem mehr als 1.300 pädagogische Angebote an und führten 3.320 Führungen durch. Nach Angaben der Gedenkstätten engagierten sich vor Ort 588 regelmäßig ehrenamtlich tätige Mitglieder. Diese leisteten insgesamt mehr als 50.000 Arbeitsstunden und arbeiteten so maßgeblich mit an dem Erhalt und der Entwicklung einer kollektiven Erinnerungskultur im Südwesten.

Charakteristisch für die baden-württembergische Gedenkstättenlandschaft sind Gedenkstätten an ehemaligen jüdischen Gemeindeeinrichtungen oder auch an Standorten früherer KZ-Außenlager. Andere Gedenkstätten erinnern an den Widerstand, an politische Verfolgung und an die NS-„Euthanasie“. Zudem gibt es in Pforzheim mit dem DDR-Museum die einzige Gedenkstätte in einem westlichen Bundesland, die auf die DDR-Geschichte verweist. Gemeinsam mit Erinnerungsorten für herausragende Persönlichkeiten aus dem Land wie etwa Friedrich Ebert oder Theodor Heuss sorgen diese Gedenkstätten dafür, dass die baden-württembergische Gedenkkultur von einer besonderen Vielfalt geprägt und über die Erinnerung an landesgeschichtliche Ereignisse hinaus Impulsgeber für historisch-politische Bildung ist.

Download der Besucherstatistik 2015  Gedenk- und Erinnerungsstätten in Baden-Württemberg (LAGG Jahresversammlung März 2016, David Stellmacher) (PDF, 177 KB)