Gedenkstätten in Baden-Württemberg

 

3. Podiumsdiskussion am 26. Juni 2012: „Was lokale Geschichtsforschung bewegt“

Davon, dass Bürger sich mit Recherchen vor Ort die Vergangenheit aneignen, handelte der 3. Abend mit dem Titel „Was lokale Geschichtsforschung bewegt". Der Schöpfer der Stolpersteine, der Künstler Gunter Demnig, erzählte von seinem Werk und Netzwerk. Er sprach mit Elke Martin, Mitglied der Stolpersteine Stuttgart, und der Schriftstellerin Uta-Maria Heim, deren neuester Kriminalroman „Feierabend“ sich um verdrängte Familiengeschichte, einen Stolperstein und die Wirkungskraft von Opfergeschichten rankt. Beide Bücher, die im Jahr 2011 erschienen sind, loten auf ihre Weise Gedächtnislücken aus – historisch sowie literarisch. Das Podiumsgespräch löste zahlreiche Fragen und Stellungnahmen des Publikums aus.



Andrea Grulich von der Stadtbibliothek Stuttgart (rechts) führt in den dritten Abend der Veranstaltungsreihe „Erinnerungskultur – Erinnerungskonflikte“ ein. Der Künstler Gunter Demnig sitzt in der Mitte des Podiums, flankiert von der Schriftstellerin Uta-Maria Heim (links) und der Geschichtsforscherin Elke Martin (rechts) und den Moderatoren Reinhold Weber und Sibylle Thelen.


Gesprächspartner:

Gunter Demnig reist an mehr als zweihundert Tagen von Ort zu Ort, um Stolpersteine zu verlegen. Der Künstler hat zahlreiche Auszeichnungen für seine Arbeit erhalten, die er als das „größte dezentrale Denkmal der Welt“ bezeichnet. Allein in Baden-Württemberg erinnern Stolpersteine in mehr als sechzig Kommunen an die Opfer der NS-Zeit.

Dieses Bild zeigt den Künstler Gunter Demnig vor der LpB-Tagungsstätte Haus auf der Alb in Bad Urach. Dort verlegte er am 21. Mai 2009 einen Stolperstein für den Bauherrn Dr. Georg Goldstein, den Direktor der Deutschen Gesellschaft für Kaufmannserholungsheime, der den Bau des 1930 eröffneten Hauses vorangetrieben hatte. Dr. Goldstein wurde 1943 wegen seines jüdischen Glaubens in das KZ Theresienstadt deportiert und dort im selben Jahr ermordet. (Foto: LpB)

Die Anfänge Ihres Projekts der Stolpersteine reichen weit zurück – wie kam es zustande?


Uta-Maria Heim, Foto: Gmeiner-Verlag

Uta-Maria Heim erzählt in ihrem neuen Kriminalroman „Feierabend“ von der Lebenskrise einer Frau im mittleren Alter – und von verdrängter Familiengeschichte. Was geschah mit Tante Bruni? Ihre Spur verliert sich in Grafeneck. Die Schriftstellerin, zugleich Hörspieldramaturgin beim SWR, hat zahlreiche Romane verfasst.

Warum haben Sie in Ihrem Kriminalroman „Feierabend“ die Geschichte der „Euthanasie“-Morde von Grafeneck aufgegriffen?

Wie sind Sie bei der Recherche vorgegangen?

Was für Reaktionen haben Sie auf Ihren Roman erhalten?

Elke Martin

Foto: Elke Martin

Elke Martin ist Mitglied der Stolpersteine Stuttgart. Viele ihrer Recherchen und auch die Erfahrungen beim Aufbau von Recherchenetzwerken sind in das Buch „Verlegt – Krankenmorde 1940–41 am Beispiel der Region Stuttgart“ eingegangen, das sie 2011 herausgegeben hat. Es stellt Lebenswege der Opfer und die Verstrickung der Täter dar.

Wie hat die Arbeit an Ihrem Buch über die Stuttgarter Opfer der NS-Krankenmorde angefangen?


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Guide: Gedenkstätten in Baden-Württemberg

 

Nachschlagewerk zu den Gedenkstätten in Baden-Württemberg, 5. aktualisierte und erweiterte Auflage 2012.
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Filmprojekt: "Mehr als alte Steine - Wie Geschichte erlebbar gemacht wird"

 

In Zusammenarbeit mit der LpB erstellten Studierende der Hochschule der Medien, Stuttgart (HdM) im Rahmen der Lehrveranstaltung „Videoproduktion“ einen Film über die Gedenkstättenarbeit in Baden-Württemberg.
Film u. Infos