Gedenkstätten in Baden-Württemberg

 

Ehrenamtliche erkunden europäische Erinnerungskultur

Rückblick auf Fortbildungsexkursion in die Beneluxländer

Gruppenfoto am Eingang der Gedenkstätte Westerbork: Auch das National Monument Camp Westerbork in den Niederlanden hat das Europäische Kulturerbe-Siegel erhalten. Foto: VGKN/Anja König

Kulturerbe und Erinnerungskultur in Europa
Fortbildung in Zusammenarbeit mit dem Verbund der Gedenkstätten im ehemaligen KZ-Komplex Natzweiler (Oktober 2019)

„Eine der wirksamsten Möglichkeiten, der Zukunft eines vereinten Europas (...) einen Weg zu bahnen, besteht darin, unsere Vergangenheit miteinander zu teilen.“ Mit diesen Worten schloss der ehemalige Häftling des KZ Buchenwald, der spanische Schriftsteller Jorge Semprún im April 2005 seine Rede am sechzigsten Jahrestag der Befreiung des Lagers. Doch wie gelingt das, zumal in Zeiten von Re-Nationalisierung, von Bekenntnissen zur eigenen vermeintlich heroischen Geschichte, zu einem ungebrochenen „wir zuerst“?

Stationen der Fortbildungsreise

Etwa zwanzig Ehrenamtliche erkundeten Anfang Oktober 2019 Gedenkstätten und Museen in den Beneluxländern, die auf jeweils eigene Weise einen Beitrag zur Erinnerungskultur in Europa leisten.

Zwei der Stätten, das Centre Européen Schengen in Luxemburg und das Memorial Center Camp Westerbork in den Niederlanden, sind in den vergangenen Jahren ebenfalls mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel ausgezeichnet worden – wie der Verbund der Gedenkstätten im ehemaligen KZ-Komplex Natzweiler e. V. (VGKN).

Eine weitere Stätte, das Haus der Europäischen Geschichte in Brüssel, versteht sich als neuer und bisher einzigartiger Ort, der die Geschichte Europas aus gesamteuropäischer Perspektive erzählt.

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Station 1: Centre Européen Schengen, Luxemburg

Drei Stahl-Stelen erinnern an die Unterzeichnung des Schengener Abkommens, die zunächst von Frankreich, Deutschland und den Beneluxländern vorgenommen wurde. Für jeden dieser Partner trägt das Kunstwerk einen Stern. Foto: VGKN/Anja König

„Schengen“, stellt Martina Kneip, die Direktorin des Centre Européen Schengen, „ist gleichbedeutend mit einem Europa ohne Grenzen.“

Sie führt die Exkursionsteilnehmenden zunächst zu drei Stahl-Stelen an der Esplanade am Moselufer. Das symbolisch gestaltete Kunstwerk erinnert an die Unterzeichnung der Schengener Abkommen 1985 und 1990, die ganz in der Nähe, auf der Mosel erfolgte: Vertreter aus Frankreich, Deutschland und den Beneluxländern unterschrieben die Vereinbarung, künftig auf Grenzkontrollen an den Binnengrenzen dieser Staaten zu verzichten, an Bord eines Schiffs.

Das Winzerdorf mit seinen 500 Einwohnern wurde für diesen Akt aufgrund seiner Lage am Dreiländereck ausgewählt. Luxemburg, Frankreich und Deutschland grenzen hier aneinander. 2010, anlässlich der 25-Jahr-Feier zur zweiten Unterzeichnung, wurde das Museum eröffnet.

Die Dauerausstellung zeichnet die Geschichte des Abkommens nach. In der Bildungsarbeit des Museums, das im Jahr derzeit etwa 40.000 Besucher aus aller Welt verzeichnet, wird die Bedeutung offener Grenzen thematisiert. Die Direktorin macht dabei die Erfahrung, dass sich viele dieser Bedeutung gar nicht mehr bewusst sind, so selbstverständlich erscheint ihnen die aktuelle Situation.

Um für ein Europa mit offenen Grenzen ein Zeichen zu setzen, bringt die Gruppe vor dem Museum ein kleines Vorhängeschloss an einem Gestell an – dort, wo auch schon viele andere Besucher ihrem Wunsch, Europas Grenzen mögen offen bleiben, Ausdruck verliehen haben.

Dorothee Roos, die Erste Vorsitzende des Verbunds der Gedenkstätten im ehemaligen KZ-Komplex Natzweiler, bringt gemeinsam mit der Museumsdirektorin Martine Kneip ein Vorhängeschloss mit symbolischer Aussage an: mit den Schlössern bekennen sich die Besucher des Schengener Museums zur Bewahrung eines Europas mit offenen Grenzen. Foto: LpB/Sibylle Thelen

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Station 2: Haus der Europäischen Geschichte in Brüssel, Belgien

Das Haus der Europäischen Geschichte in Brüssel, einen Steinwurf weit vom Europäischen Parlament entfernt, hat im Jahr 2017 seinen Pforten geöffnet. Foto: LpB/Sibylle Thelen

„Europa ist vor allem ein geistiger Raum.“

Diesem Gedanken des niederländischen Literaten Cees Nooteboom sieht sich das Haus der Europäischen Geschichte verpflichtet – und hat 2017 im Zentrum des Brüsseler Europaviertels einen Raum geschaffen, der nicht von einem linearen Narrativ, sondern von vielfältigen Entwicklungslinien erfüllt ist. Sinnbild dieser Zielsetzung ist das Kunstwerk im Treppenhaus, ein Knäuel aus beschrifteten Metallbändern, deren Ausläufer sich bis in die unterschiedlichen Bereiche der Ausstellung erstrecken.

Startpunkt der Führung durch die Dauerausstellung im Haus der Europäischen Geschichte ist ein Saal mit Fresken. In den 1930er Jahren diente er als Wartesaal, denn das Gebäude beherbergte ursprünglich eine Zahnklinik für Kinder. Foto: Heide Friedrichs

Die Gruppe wird zunächst durch die Dauerausstellung geführt. Daran schließt sich ein Gespräch mit Taja Vovk van Gaal, der Kreativdirektorin des HdEG, an. Sie verweist auf die Entstehungsgeschichte, die bis 2007 zurückreicht. Damals schlug der Präsident des Europäischen Parlaments Hans-Gert Pöttering die Gründung eines solchen Hauses vor. 2009 begann der Umbau des Gebäudes, 2001 nahm ein international und interdisziplinär besetztes Team seine konzeptionelle Arbeit auf.

Was soll im neuen Haus gezeigt werden? Die Kreativdirektorin fasst drei Grundsatzkriterien zusammen, auf die sich das Team geeinigt hat: Es geht um Ereignisse, Entwicklungen und Phänomene, die erstens in Europa entstanden sind, zweitens ihre Wirkung auf dem gesamten Kontinent entfaltet haben und drittens bis heute von Bedeutung sind. Zielsetzung war und ist es ihren Worten zufolge, ein Museum für alle zu schaffen – für Besucherinnen und Besucher aus allen Ländern und aller Bevölkerungsgruppen. Jeder und jede solle in dem Haus etwas finden, das für die Geschichte Europas steht, und eine eigene Erzählung zum Haus entwickeln können.

Es gibt kein lineares Narrativ, mit dem sich die Geschichte Europas abbilden ließe. Sinnbild für diese Einsicht, auf der die Ausstellung aufbaut, ist ein ausladendes Kunstwerk im Treppenhaus des Hauses der Europäischen Geschichte. Foto: Heide Friedrichs

Die Kreativdirektorin verweist zur Untermauerung dieser Herangehensweise auf den Entwurf für eine Neufassung der ICOM-Definition von „Museum“, die bei der Generalversammlung des International Council of Museum (ICOM) 2019 in Kyoto auf der Tagesordnung stand.

Das Beratungsergebnis, das den partizipativen Auftrag von Museen und ihre Bedeutung als Raum für einen demokratischen, inklusiven, vielstimmigen kritischen Dialog hervorhebt, steht online zur Verfügung:

 

https://icom.museum/en/activities/standards-guidelines/museum-definition

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Stadtrundgang und Empfang in Brüssel

Die Ehrenamtlichen der Gedenkstätten aus Baden-Württemberg nutzen ihren Besuch in Brüssel auch für einen Stadtrundgang, der die Kolonialgeschichte Belgiens thematisiert. Foto: Heide Friedrichs
Empfang von Botschafter Michael Clauß anlässlich des 30. Jahrestags der Deutschen Einheit: die Ehrenamtlichen sind Gast beim Empfang im Königlichen Museum für Kunst und Geschichte in Brüssel, ausgerichtet von der Ständigen Vertretung Deutschlands bei der EU. Foto: LpB/Sibylle Thelen

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Station 3: National Monument Camp Vught, Niederlande

Führung über das Gelände der Gedenkstätte Vught: das National Monument Camp Vught erstreckt sich über einen kleinen Teil der Fläche des ehemaligen Konzentrationslagers Herzogenbusch. Foto: VGKN/Anja König

Die 1990 eröffnete Gedenkstätte erinnert an das Konzentrationslager Herzogenbusch, das die nationalsozialistischen Besatzer von 1942 bis September 1944 in der Nähe von Vught betrieben. Etwa 31.000 Menschen waren hier für kurze oder längere Zeit eingesperrt. Es war – neben dem KZ Natzweiler – das einzige KZ in einem westeuropäischen Land. Nach der NS-Zeit wurden auf dem Gelände zwangsumgesiedelte Deutsche untergebracht. Das Areal wurde zudem als Internierungslager und schließlich – im Zuge der Dekolonisierung der Niederlanden – als Auffanglager für Soldaten aus den Süd-Molukken in Südostasien genutzt.

Die vielschichtige Nachnutzung prägt das ehemalige Lagergelände bis heute. Die Gruppe fährt auf der einstigen Lagerstraße vorbei an ehemaligen SS-Kasernen, in denen die niederländische Armee untergebracht ist, und an den Häusern der Molukker, die zwar modern, aber auf Wunsch der Bewohner im Stil der früheren Baracken neu errichtet worden sind. Am Ende der Straße liegt das Hauptgebäude, das derzeit eine Baustelle ist. Angesichts steigender Besucherzahlen (aktuell 70.000 im Jahr, überwiegend Jugendliche) wird das Gebäude, das u.a. Dauerausstellung, Seminarräume, Shop und Büroräume beherbergt, erweitert.

Als zusätzliches Angebot ist erst kürzlich die Ausstellung in der einzigen erhaltenen Baracke „B1“ hinzugekommen: hier werden die unterschiedlichen Nutzungsgeschichten des Lagers anhand von Objekten und Biografien erzählt.

Die Gedenkstättenpädagogin Cecile Post stellt der Gruppe das pädagogische Angebot vor, das auf unterschiedliche Altersgruppen zugeschnitten ist: auf Zehn- bis Zwölfjährige (Grundschüler der 5. und 6. Klasse), auf ältere Schülerinnen und Schüler sowie auf unterschiedliche Schularten. Ziel ist zudem, neue Zielgruppen zu erreichen. Die Vermittlungsarbeit nutzt konkrete Anknüpfungspunkte: Gearbeitet wird mit Biografien und/oder regionalen bzw. lokalen Bezüge. Für die Vermittlungsarbeit ist zudem eigens ein Film entwickelt worden, der aus der Perspektive von Schulkindern damals und heute die Geschichte des Lagers in der NS-Zeit erzählt.

Der Ausbau der Gedenkstätte ist auch deshalb notwendig, weil die Nachfrage nach Bildungsangeboten steigt. Die Schülerinnen und Schüler, die Vught besuchen, kommen aus dem ganzen Land. Auch aus Belgien und Deutschland reisen Gruppen an. In der Vermittlungsarbeit stellt man allerdings über das steigende Interesse hinaus zugleich ein schrumpfendes Vorwissen fest. Die Guides müssten mehr Kontextwissen vermitteln, sagt Cecile Post. Zudem werden ihren Angaben zufolge in der Vermittlungsarbeit neue Schwerpunkte erarbeitet – dabei rücken auch Täter und Zuschauer in den Blick.

Marjiolin de Loos, die Tochter des niederländischen Widerstandskämpfers und Natzweiler-Lager-Häftlings Dirk de Loos, berichtet der Gruppe von ihrem Engagement im Niederländischen Komitee von Natzweiler sowie im Internationalen Komitee. Foto: VKGN/Anja König

Die Gruppe nutzt den Stopp in Vught zu einem Gespräch mit Marjiolin de Loos, der Tochter des niederländischen Widerstandskämpfers und Natzweiler-Lager-Häftlings Dirk de Loos, und mit Annette Schautt, der Programmdirektorin der Stiftung Museen und Erinnerungszentren 40_45.

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Die Stiftung Museen und Erinnerungszentren 40_45

Die niederländische Stiftung (Stichting Musea en Herinnirungscentra 40_45) vernetzt etwa sehr unterschiedliche 15 Museen und Gedenkstätten, die an die Geschichte der NS-Besatzung der Niederlande und des Zweiten Weltkriegs erinnern.

Die Programmdirektorin der Stiftung Annette Schautt berichtet von gemeinsamen strategischen Überlegungen zu den Entwicklungsmöglichkeiten der unterschiedlichen Einrichtungen. Die Fragestellungen „Was ist wichtig für das Land?“ und „Was ist wichtig für das Gedenken?“ hätten zunächst zur Überlegung geführt, gemeinsam Themen zu platzieren, etwa in einem vernetzten Veranstaltungsangebot zum Widerstand im Jahr 2018. Derzeit, in den Jahren 2019 und 2020, befassen sich alle Einrichtungen mit dem Kriegsende, das die Niederlande im Süden 1944 und im Norden 1945 erlebten. Annette Schautt berichtet zudem über gemeinsame Aktivitäten im Bereich Digitalisierung und auf dem Feld der Vermittlungsarbeit.

Die Gedenkstättenpädagogen arbeiten in drei Arbeitsgruppen an den Themen Ausstellungskonzeption, Bildungsarbeit und Ehrenamt. Vom Austausch und der verstärkten Zusammenarbeit versprechen sich die Mitglieder der Stiftung eine Stärkung der eigenen Arbeit und eine größere öffentliche Wahrnehmung.

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Station 4: Memorial Center Camp Westerbork, Niederlande

Ein Reichsbahnwagon auf dem Gelände des ehemaligen Durchgangslagers Westerbork erinnert an die 93 Deportationszüge, die von hier in den Osten abfuhren. Rahel Hermes, Gedenkstättenpädagogin des Memorial Center Camp Westerbork, führt die Gruppe. Foto: LpB/Sibylle Thelen

Das Lager, 1939 zunächst von den niederländischen Behörden als Flüchtlingslager für Juden aus Deutschland und Österreich errichtet, wurde später von den nationalsozialistischen Besatzern zum Durchgangslager ausgebaut. Von 1942 bis 1944 gingen von hier aus 93 Deportationszüge mit etwa 107.000 (zum Großteil jüdischen) Personen in Richtung Osten, nach Auschwitz, Sobibor, Theresienstadt und Bergen-Belsen. Auch Westerbork erlebte nach 1945 eine Geschichte der Nachnutzung. Heute ist das Lagerareal eine weitläufige Grünfläche im Wald – eine Gedenkstätte mit einzelnen symbolischen oder künstlerisch gestalteten Markierungen, die bei einer Führung jeweils Anlass zum Rückblick auf die Lagergeschichte geben.

Nach einer Einführung in die Geschichte des Orts und der Gedenkstätte besichtigt die Gruppe die Gedenkstätte, die etwa zwei Kilometer entfernt vom 1983 eröffneten Erinnerungszentrum liegt. Später gibt es noch die Gelegenheit, die Dauerausstellung und die Wechselausstellung (aktuell eine Ausstellung zur Geschichte der Sinti und Roma) im Zentrum zu besichtigen.

Am Samstagnachmittag hat sich das Gebäude mit vielen Besuchern gefüllt. Das Memorial Center Camp Westerbork, gelegen in einer Urlaubsgegend im Norden der Niederlande, registriert derzeit etwa 170.000 Besucher im Jahr: Es kommen viele Schülergruppen aus dem ganzen Land, aber auch viele Familien und Einzelbesucher.

Gleise, über die kein Zug mehr fahren kann: ein Kunstwerk, gestaltet von einem ehemaligen Häftling. An dieser Stelle finden in Westerbork heute Gedenkveranstaltungen statt. Foto: LpB/Sibylle Thelen

Rahel Hermes und José Martin geben zudem Einblick in die Vermittlungsarbeit, in der viel Wert auf persönliche Zugänge, auf Lebensgeschichten gelegt wird. José Martin listet Ziele bzw. Themenschwerpunkte der Vermittlungsarbeit auf: historisches Einfühlungsvermögen; jüdisches Leben vor dem Krieg; Reaktionen auf die Verfolgung; Micro-Geschichte, weil große Geschichte unfassbar ist; Opfer – und neuerdings auch Täter sowie Umstehende; Gemeinsamkeiten damals und heute (mit älteren Jugendlichen).

Auch die Gedenkstätte Westerbork hat das Europäische Kulturerbe-Siegel (2013) erhalten. Geplant ist der Austausch mit anderen Orten, etwa mit Mechelen in Belgien. Auch zu deutschen Partnern, etwa zum Bundesarchiv, gibt es gute Kontakte.

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Feedback der Gruppe

Auf der Rückfahrt trägt die Gruppe die Eindrücke bei einer Feedbackrunde im Bus zusammen. Die Beteiligten sind interessiert am Austausch und auch an den Eindrücken, die die anderen bei der Exkursion gewonnen haben. Einige Aspekte des Austauschs:

  • Thematisiert wird der Einblick in die Vermittlungsarbeit: in den Niederlanden werden dabei auch gezielt Grundschulkinder (fünfte und sechste Klasse) an die Geschichte des Holocaust und an die Gedenkstätte herangeführt.

  • Thematisiert wird auch die europäische Dimension der Erinnerungsarbeit. Bei der Führung in Westerbork hat die Gruppe die Erfahrung gemacht, dass sich biografische Informationen zu Opfern, erarbeitet zum einen in Baden-Württemberg, zum anderen in den Niederlanden, zusammentragen lassen.

  • Die Gruppe diskutiert auch die unterschiedlichen Perspektiven: Aufarbeitung und Erinnerungskultur haben sich in den Niederlanden und in Deutschland sehr unterschiedlich entwickelt.

  • Eine unmittelbare Erfahrung ist zudem die Bedeutung von Mehrsprachigkeit: Das Haus der Europäischen Geschichte bietet Tablets mit Informationen zu den Objekten in den 24 Sprachen der EU an. An den anderen Stätten gibt es aber nur wenige Beschriftungen über die eigene Landessprache hinaus. Dies wird in der Gruppe als Ansporn empfunden, an den eigenen Stätten eine Mehrsprachigkeit zu gewährleisten.

  • Auch praktische Ideen werden mitgenommen: Die Leihschirme der Gedenkstätte Vught haben der Gruppe im strömenden Regen einen guten Dienst erwiesen. Warum nicht auch „Gedenkstättenschirme“ an den Gedenkstätten im Land anbieten?

Die Gruppenmitglieder haben  – über die Abschlussrunde Bus hinaus – auch schriftlich notiert, welche Impulse und Anregungen für die Arbeit sie mitgenommen haben.

Hervorgehoben wurden dabei u.a. der wertvolle Einblick in die Vermittlungskonzepte in anderen Ländern, die unmittelbare und nachhaltige Präsentation von Lebensgeschichten, die Annäherung auch an ein junges Publikum (Grundschulkinder der 5. und 6. Klasse).

Hervorgehoben wurde auch die Möglichkeit, die europäische Dimension der eigenen Arbeit zu erfahren, um sie möglicherweise künftig noch stärker in die eigenen Arbeit einbringen zu können. Die Ehrenamtlichen, die alle selbst in der Vermittlung aktiv sind, würdigten die Gelegenheit, selbst einmal Input zu erhalten. Auch der Austausch untereinander wurde produktiv genutzt – für Absprachen, Kooperationsvorhaben, Veranstaltungsplanung, Arbeit an Recherche- und Forschungsprojekten usw.

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Infos und Links


Centre Européen Schengen, Luxemburg
www.visitluxembourg.com/de/ansicht/museum/european-museum-schengen

Haus der Europäischen Geschichte in Brüssel
www.europarl.europa.eu/visiting/de/visitor-offer/brussels/house-of-european-history

National Monument Camp Vught, Niederlande
www.nmkampvught.nl/deutsch/

Memorial Center Camp Westerbork, Niederlande
kampwesterbork.nl/de/

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Neue Dokumentation

 

Gespaltene Erinnerung?
Diktatur und Demokratie an Gedenkorten und Museen in Baden-Württemberg.

Die 90seitige Publikation dokumentiert den Austausch von Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus und Erinnerungsstätten der Demokratiegeschichte auf Basis einer Tagung im März 2018 in Bad Urach.
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Guide: Gedenkstätten in Baden-Württemberg

 

Nachschlagewerk zu den Gedenkstätten in Baden-Württemberg, 5. aktualisierte und erweiterte Auflage 2012.
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Filmprojekt: "Mehr als alte Steine - Wie Geschichte erlebbar gemacht wird"

 

In Zusammenarbeit mit der LpB erstellten Studierende der Hochschule der Medien, Stuttgart (HdM) im Rahmen der Lehrveranstaltung „Videoproduktion“ einen Film über die Gedenkstättenarbeit in Baden-Württemberg.
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