Erinnerungskubus zum ‚Mössinger Generalstreik‘
Neuer Ausstellungskubus im Foyer des Rathauses Mössingen

Das Museum Mössingen präsentierte am 28. Januar 2021 seinen neuen Ausstellungskubus zum ‚Mössinger Generalstreik‘ im Foyer des Rathauses Mössingen.
Das kompakte Format mit Texten, Vitrinen, Schubladen und Bildschirmen bietet eine umfassende Darstellung des Geschehens vom 31. Januar 1933, dessen Vorgeschichte, der Folgen sowie der Nachgeschichte nach 1945. Anlässlich des 88. Jahrestags bekommt die Stadt nun einen Ort, der an die ‚Mössinger Generalstreik‘ Ereignisse des 31. Januar 1933 erinnert.
Im 80. Jubiläumsjahr 2013 war die Forderung nach einem dauernden Erinnerungsort laut geworden – eine Forderung, die Oberbürgermeister Michael Bulander versprach bis zum Jubiläumsjahr 2023 umzusetzen. Nun ist es soweit! Die 2013 erneut und erbittert geführte Diskussion um die Bewertung des Mössinger Generalstreiks beschreibt Bulander vor der Presse rückblickend als sehr herausfordernd. Die unterschiedlichen Stimmen der Bewertung, die die Diskussion seit 1945 prägten, werden in einer Bildschirmpräsentation am Kubus sichtbar. „Jeder soll sich seine eigene Meinung bilden“, so Bulander.
Der Kubus bietet eine Ausstellungsfläche, die in einem Museum mindestens 30 Meter ausmachen würde. Theoretisch lässt sich der Kubus auch umziehen, falls er später an einem anderen Ort seinen Platz findet. Die jüngst erfolgte Renovierung des Rathauses Mössingen bot die Möglichkeit, das große Ausstellungsobjekt im Foyer zu platzieren.
Die inhaltliche Konzeption des Kubus erarbeitete Museumsleiterin Dr. Franziska Blum. Die gestalterische Umsetzung erfolgte durch Dieter Peters von Peters Design, Berglen. Großzügiger Fördergeber war die Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg. Der Erinnerungsort zählt zukünftig in die Reihe der Gedenkstätten Baden-Württemberg.
Der für die ursprünglich geplante Einweihung angefragte Festredner Professor Dr. Peter Steinbach, wissenschaftlicher Leiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin, sandte sein Grußwort aus der Ferne: „Ich möchte die Bürger Mössingens, die Kritiker, die Vertreter der Stadt ermuntern, das Mössinger Beispiel eines Protests gegen die Gleichschaltung der deutschen Gesellschaft, gegen Unterdrückung und Willkür zu akzeptieren und die Erinnerung an dieses Ereignis selbstbewusst zu pflegen. Vielleicht wird es dann einmal gelingen, Mössingen ebenso zu einem deutschen Erinnerungsort zu machen, wie es in Königsbronn, dem Heimatort Elsers, gelungen ist. Denn wir wissen: Traditionen fallen niemand, auch einer Gemeinde nicht, in den Schoß. Sie müssen erarbeitet, verstanden, akzeptiert und aktiv vertreten werden. Möge dies in Mössingen gelingen!“

Artikel: Stadt Mössingen | Aufbereitung für das Netz: Internetredaktion der LpB (Stand: Februar 2021)