Gedenkstätten

 

Europäisches Kulturerbe-Siegel

für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit von KZ-Gedenkstätten in Baden-Württemberg und im Elsass

Die KZ-Gedenkstätten beiderseits des Rheins sind das erste transnationale Netzwerk der Erinnerung, das mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel ausgezeichnet worden ist. Neben der französischen Gedenkstätte, dem Centre Européen du Résistant Déporté (CERD), zählten dazu auf baden-württembergischer Seite folgende Gedenkstätten:

Weiterführende Informationen zum Verbund der Gedenkstätten im ehemaligen KZ-Komplex Natzweiler e. V. sind unter folgendem Link zu finden:
http://vgkn.eu/de/geschichte/

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Feierstunde zur Verleihung des Europäischen Kulturerbe-Siegels (12.6.2018)

an Gedenkstätten des ehemaligen KZ-Komplexes Natzweiler

Für die gemeinsame grenzüberschreitende Vermittlungsarbeit haben die Gedenkstätten des ehemaligen Konzentrationslagers Natzweiler-Struthof im Elsass das Europäische Kulturerbe-Siegel erhalten.

Katrin Schütz, Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau, überreichte die Auszeichnungs-Plaketten am Dienstag (12. Juni) im Stuttgarter Haus der Wirtschaft an die zwölf Gedenkstätten der baden-württembergischen Außenlagerstandorte. Die Gedenkstätte am Hauptlagerstandort Natzweiler und zwei weitere Außenlager auf heutigem französischen Gebiet haben die Auszeichnung ebenfalls erhalten.

„Diese Auszeichnung zeigt, wie wichtig die Gedenkstättenarbeit für die Völkerverständigung und die Stärkung gemeinsamer Werte in Europa ist. Sie erkennt in wunderbarer Weise die großartige Vermittlungsarbeit an, die seit vielen Jahren in den Gedenkstätten geleistet wird. Ich danke den vielen ehrenamtlich Engagierten an den Standorten der ehemaligen baden-württembergischen Außenlager“, betonte Schütz bei der Feierstunde.

„Die Überlebenden haben die Werte der Solidarität weitergegeben, die in den Lagern auf eine harte Probe gestellt wurden, und legten damit den Grundstein für das Nachkriegseuropa“, freute sich Frédérique Neau-Dufour, Direktorin des Europäischen Zentrums des deportierten Widerstandskämpfers am Hauptlager-standort Natzweiler-Struthof, über die Auszeichnung.

Dorothee Roos, Vorsitzende des Verbunds der Gedenkstätten im ehemaligen KZ-Komplex Natzweiler, erläuterte: „Wir möchten das Netzwerk der damaligen Natzweiler-Lager beiderseits des Rheins für eine europäische Öffentlichkeit bekannter machen und die grenzübergreifende Erinnerungs- und Friedensarbeit der heutigen Gedenkstätten nachhaltig verankern.“In den kommenden Jahren wollen sich die Gedenkstätten auf baden-württembergischer und französischer Seite noch enger vernetzen. Die europäische Dimension der Lagerstandorte soll verstärkt in den Fokus gerückt werden. Ein gemeinsames Internetportal, grenzüberschreitende Vermittlungsprojekte insbesondere für Schulklassen und ein erweitertes mehrsprachiges Angebot an den Standorten sind geplant.

Programm der Einladung (PDF)

Das Europäische Kulturerbe-Siegel

Mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel werden Stätten ausgezeichnet, die einen bedeutenden europäischen und symbolischen Wert haben. Diese Stätten heben die gemeinsame Geschichte Europas, den Aufbau der Europäischen Union sowie die europäischen Werte und die Menschenrechte hervor, welche das Fundament der europäischen Integration bilden. Von den 25 Bewerbern im aktuellen Auswahlverfahren haben neun Stätten das Siegel zuerkannt bekommen. Damit steigt die Zahl der europäischen Stätten, die mit dem Siegel ausgezeichnet sind, auf insgesamt 38. Weiterführende Informationen zum Europäischen Kulturerbe-Siegel finden Sie unter folgenden Links:

Ausstellung „Natzweiler: Spuren/Traces“

Im Rahmen der Feierstunde eröffnete Staatssekretärin Katrin Schütz die Sonderausstellung „Natzweiler: Spuren/Traces“, die das Wirtschaftsministerium gemeinsam mit den ausgezeichneten Gedenkstätten und zahlreichen weiteren Kooperationspartnern anlässlich des Europäischen Kulturerbejahres 2018 veranstaltet. „Die Ausstellung zeigt die vielfältigen Perspektiven dieses besonderen Ortes. Es ist spannend, den künstlerischen, erinnernden und denkmalpflegerischen Blick auf den ehemaligen KZ-Komplex auf sich wirken zu lassen“, so Schütz.

Die Ausstellung ist in die Themenbereiche „Erinnerung/Mémoire“, „Kunst/Art“ und „Denkmal/Monument“ aufgeteilt. Sie zeigt die gemeinsame Spurensuche von deutschen und französischen Künstlerinnen und Künstlern, Schülerinnen und Schülern, Gedenkstättenvertreterinnen und -vertretern sowie Denkmalpflegerinnen und -pflegern. Die Ausstellung in deutscher und französischer Sprache ist vom 13. Juni bis 4. Juli im Haus der Wirtschaft in Stuttgart (Steinbeis-Saal) zu sehen. Der Eintritt ist kostenfrei. Weitere Informationen zur Ausstellung und zum Begleitprogramm finden Sie auf der Homepage des Wirtschaftsministeriums unter wm.baden-wuerttemberg.de/natzweiler.

LpB-Pressemittteilung Nr. 17-2018 vom 12. Juni 2018

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Festakt im bulgarischen Plovdiv (26.3.2018)

Gedenkstättenvertreterinnen aus Frankreich und aus Baden-Württemberg nahmen die Auszeichnung bei einem Festakt im bulgarischen Plovdiv entgegen. 

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2017 Panel Report

Der „2017 Panel Report“ vom 5. Dezember 2017, herausgegeben von der Europäischen Kommission, fasst die Gründe für die Auszeichnung der neun neuen Stätten mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel zusammen. Zur Auszeichnung der KZ-Gedenkstätten beiderseits des Rheins heißt es dort:

„Die nationalsozialistischen Konzentrationslager im ehemaligen KZ-Komplex Natzweiler bilden eine transnationale Stätte der kollektiven Erinnerung. Sie gibt Einblick in den Nationalsozialismus und in die europäische Widerstandsbewegung. Heute ermöglicht das Netzwerk der Gedenkstätten, die Erinnerung an all jene im Bewusstsein zu halten, die gegen den Nationalsozialismus kämpften oder von ihm verfolgt wurden (Juden, Roma, Homosexuelle etc.). Nach dem Krieg setzten viele Überlebende des KZ-Komplexes Natzweiler ihr Engagement für die Menschen- und Bürgerechte fort. Beispielhaft dafür stehen Trygve Bratteli, Robert Krips, Bors Pahor und Pierre Sudreau.“

Mehr zum European Heritage Label ("2017 Panel Report" vom 5. Dezember 2017, PDF, en.)

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Konzentrationslager-Komplex Natzweiler

Der Konzentrationslager-Komplex Natzweiler mit dem ehemaligen Hauptlager Natzweiler-Struthof im Elsass und über 60 Außenlagern rechts und links des Rheins dokumentiert eines der dunkelsten Kapitel in der Geschichte Europas. Dort waren im Zweiten Weltkrieg rund 52.000 Menschen aus über 30 europäischen Staaten inhaftiert. Die historischen Stätten auf heutigem deutschen und französischen Staatsgebiet bilden daher Erinnerungs- und Vermittlungsorte von außerordentlichem europäischen Wert.

Seit 2013 werden Stätten mit besonderer Bedeutung für die Werte und die Geschichte Europas mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel gewürdigt. 38 Stätten in ganz Europa tragen inzwischen das Label. Die Europäische Kommission beschreibt die Zielsetzung, die sie mit ihrer Auszeichnung verbindet:

„Stätten des europäischen Kulturerbes lassen die europäische Botschaft und Geschichte dahinter lebendig werden. Es geht dabei um weit mehr als nur Ästhetik. Im Zentrum stehen die Förderung der europäischen Dimension der Stätten und der Zugang dazu. Dazu gehören die Organisation einer großen Bandbreite von Bildungsaktivitäten, insbesondere für junge Leute.“

An der Bewerbung um das Europäische Kulturerbe-Siegel waren auf baden-württembergischer Seite neben dem Wirtschaftsministerium der im Wesentlichen ehrenamtlich getragene Verbund der Gedenkstätten im ehemaligen KZ-Komplex Natzweiler, die Landeszentrale für politische Bildung und das Landesamt für Denkmalpflege beteiligt, auf französischer Seite das Kulturministerium, das Verteidigungsministerium sowie das Europäische Zentrum des deportierten Widerstandskämpfers am Hauptlager-Standort Natzweiler-Struthof. Angespornt durch das Europäische Kulturerbe-Siegel wird das Netzwerk der Erinnerung seine Zusammenarbeit weiter ausbauen.

Weiterführende Informationen zum Europäischen Kulturerbe-Siegel finden Sie unter folgenden Links:

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Hintergrundinformationen

Über Hintergründe, Schwerpunkte und Zielsetzungen der transnationalen Bewerbung der Gedenkstätten im ehemaligen KZ-Komplex Natzweiler um das Europäische Kulturerbe-Siegel:

  • Interview mit Frédérique Neau-Dufour, Centre européen du résistant déporté (CERD), Dorothee Roos, Vorsitzende des Verbunds der Gedenkstätten im ehemaligen KZ-Komplex Natzweiler (VGKN) und Sibylle Thelen, LpB.
    Download des Interviews (Auszug aus "Denkmalpflege in Baden-Württemberg, 1/2017)

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