Gedenkstätten

 

Jugend- und Vermittlungsarbeit

Die Gedenkstätten in Baden-Württemberg haben sich als außerschulische Lernorte etabliert.

Von „begehbaren Geschichtsbüchern“ spricht beispielsweise die Konstanzer Literaturwissenschaftlerin Aleida Assmann.

Als „Teil unserer politischen Kultur“ anerkennt die „Kunstkonzeption 2020“, die im Juni 2011 einstimmig vom Landtag von Baden-Württemberg verabschiedet wurde, die Einrichtungen am authentischen historischen Ort: „Gedenkstätten erfüllen mit ihrer pädagogischen Arbeit in besonderer Weise den Auftrag nach Artikel 12 der Landesverfassung, zu freiheitlicher demokratischer Gesinnung zu erziehen.“

Ausdrücklich verweisen auch die neuen Bildungspläne für die Schulen in Baden-Württemberg an zahlreichen Stellen auf die Themenkompetenz der Gedenkstätten.

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Angebote für Jugendliche

Vernetzen

Seminar für Jugendliche und junge Erwachsene an Gedenkstätten

Jugendliche und junge Erwachsene gestalten an vielen Orten in Baden-Württemberg die Arbeit an Gedenkstätten aktiv mit. Als Jugend- und Schülerguides, als Jugendlots*innen, in Jugendgruppen und Vorständen bringen sie sich auf vielfältige Weise mit ihren Ideen ein. Im Rahmen des Seminars können sich Jugendliche und jungen Erwachsene über ihre Erfahrungen vor Ort austauschen, sich untereinander vernetzen und neue Ideen für ihre Arbeit an den Gedenkstätten entwickeln. Im Seminar integriert ist eine Fortbildung zu aktuellen Themen der historisch-politischen Bildung.

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Ausbildung zu Jugendguides an Gedenkstätten (Träger: LAGG/LpB)

Jugendguides leisten einen wichtigen Beitrag zur pädagogisch-didaktischen Arbeit an Gedenkstätten in Baden-Württemberg. Nach dem Konzept „Jugendliche führen Jugendliche“ sollen auch im Schuljahr 2020/21 wieder Jugendguides für die Arbeit an Gedenkstätten ausgebildet werden. Die Ausbildung findet in Kooperation mit dem Arbeitskreis Jugend- und Vermittlungsarbeit der Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten und Gedenkstätteninitiativen Baden-Württemberg (LAGG) statt.

Informationen zur Ausbildung zu Jugendguides an Gedenkstätten
Postkarte „Jugendguide werden!“ inkl. der Termine für 2021
Programm /Anmeldung (bis zum 25.1.2021): Fachmodul: 5. bis 7. Februar 2021 im PKC Freudental

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Qualifizierung zum Jugendguide (Träger: Landkreis Tübingen)

Wer sie kennt, findet Spuren von NS-Verbrechen bei sich um die Ecke. Seit 2012 bietet KulturGUT e. V. die 40-stündige Qualifizierung zum Jugendguide für ganz Baden-Württemberg an. Der Landkreis Tübingen und andere Kommunen finanzieren die dreitägige Exkursion in die KZ-Gedenkstätte Natzweiler und mehrere ganztägige Workshops. Angesprochen sind 15- bis 23-Jährige, die in der eigenen Freizeit ihre Haltungen zu NS-Verbrechen vor Ort formulieren und diese an Gruppen weitergeben möchten. Am Schluss gibt es ein Zertifikat. Schon während der Qualifizierung treten die Jugendguides öffentlich auf. (Text: Landkreis Tübingen)
Weitere Informationen
Anfragen und Kontakt

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Angebote und Materialien für Gedenkstättenmitarbeiter*innen

Fortbildungen

Führungen

Wie gestalte ich eine Führung für Jugendliche?

Im Rahmen der Fortbildung erhalten Gedenkstättenmitarbeiter*innen Anregungen, wie sie Führungen für Jugendliche vor Ort gestalten können. Eine Beispielführung zeigt, welche Inhalte und Vermittlungsformen für Jugendliche interessant oder aber wenig zielführend sein könnten. Ein World Café lädt dazu ein, gemeinsam über wichtige Fragen rund um die Gestaltung von Führungen nachzudenken. Darüber hinaus erhalten die Teilnehmer*innen Einblicke, wie Führungen ganz ohne frontal Führenden auskommen können.
Rückblick auf die Fortbildung in Vaihingen/Enz 2017

Jugendarbeit

Wie beziehe ich Jugendliche in die Gedenkstättenarbeit mit ein?

Im Rahmen der Fortbildung diskutieren die Teilnehmer*innen Praxisbeispiele aus der Jugendarbeit an Gedenkstätten. Sie erhalten Impulse, auf welche Weise sie junge Menschen in die Arbeit vor Ort mit einbeziehen können.

Theaterpädagogik

Inszeniert doch mal! Theaterpädagogische Zugänge zur NS-Geschichte und zum Holocaust

Theaterinszenierungen bieten emotionale und aktivierende Zugänge und ermöglichen auf vielfältige Weise, auch dem Unsagbarem Ausdruck zu verleihen. Vielen Gedenkstättenmitarbeiter*innen und Lehrkräften erscheint diese Vermittlungsform allerdings als sehr komplex und zeitaufwändig, weshalb sich nur wenige an eine Inszenierung heranwagen. Die Fortbildung zeigt Wege und Zugänge auf, wie die Geschichte des Nationalsozialismus und des Holocaust dramaturgisch verarbeitet werden kann, ohne dass die Beteiligten umfassende Erfahrungen mit Inszenierungen besitzen müssen. Ferner werden Projekte vorgestellt und diskutiert, die zu eigenen theaterpädagogischen Elementen anregen.

Rückblick auf die Fortbildung in Freudental 2018

Publikationen

Leitfaden

Erinnern – Erfahren – Erlernen.

Pädagogische Ansätze und Konzepte für Jugend- und Vermittlungsarbeit an Gedenkstätten
Der Leitfaden vermittelt grundsätzliche Erkenntnisse zur Jugend- und Vermittlungsarbeit, stellt didaktische Methoden vor, präsentiert erprobte Einzelbeispiele aus der Praxis und zeigt weiterzuentwickelnde Strategien, wie etwa die Ausbildung zu Jugendguides an Gedenkstätten, auf.
Download

 

Sammelband

Gedenkstättenpädagogik

Kontext, Theorie und Praxis der Bildungsarbeit zu NS-Verbrechen
Der 2015 erschienene Band gibt einen Überblick über den aktuellen Stand der Bildungsarbeit in den Gedenkstätten. Er beleuchtet die gesellschaftspolitischen Rahmenbedingungen, führt in grundsätzliche Debatten ein und stellt die vielfältige pädagogische Arbeit ebenso wie ein breites Spektrum an Gedenkstätten vor.
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Angebote und Materialien für Lehrkräfte

Fortbildungen

Exkursion zu Gedenkstätten in Baden-Württemberg

Exkursion zu Gedenkstätten in Baden-Württemberg – Orte, die verunsichern?

Mehr als 75 Jahre nach dem Ende des NS-Regimes stellt sich für viele Lehrkräfte und Pädagog*innen die Frage. Im Rahmen der Exkursion beschäftigen sich die Teilnehmer*innen mit der Praxis zeitgemäßer Erinnerungsarbeit am Beispiel der Gedenkstätten Grafeneck, dem Jüdischen Museum Buttenhausen und der Erinnerungsstätte Matthias Erzberger Buttenhausen. Neben einer thematischen Einführung in die Arbeit der Orte diskutieren Gedenkstättenmitarbeiter*innen und Teilnehmer*innen u. a. über die Frage, welche Chancen ein Gedenkstättenbesuch im Rahmen des Unterrichts bieten kann.

Theaterpädagogische Zugänge zur NS-Zeit

Inszeniert doch mal! Theaterpädagogische Zugänge zur NS-Geschichte und zum Holocaust

Theaterinszenierungen bieten emotionale und aktivierende Zugänge und ermöglichen auf vielfältige Weise, auch dem Unsagbarem Ausdruck zu verleihen. Vielen Gedenkstättenmitarbeiter*innen und Lehrkräften erscheint diese Vermittlungsform allerdings als sehr komplex und zeitaufwändig, weshalb sich sich nur wenige an eine Inszenierung heranwagen. Die Fortbildung zeigt Wege und Zugänge auf, wie die Geschichte des Nationalsozialismus und des Holocaust dramaturgisch verarbeitet werden kann, ohne dass die Beteiligten umfassende Erfahrungen mit Inszenierungen besitzen müssen. Ferner werden Projekte vorgestellt und diskutiert, die zu eigenen theaterpädagogischen Elementen anregen.
Rückblick auf die Fortbildung in Freudental 2018

KZ-Komplex Natzweiler

Die ehemaligen Außenlager im KZ-Komplex Natzweiler im deutschen Südwesten

Im KZ-Komplex Natzweiler waren Häftlinge aus mehr als 30 Ländern Europas dem nationalsozialistischen Terror ausgeliefert. Etwa zwei Drittel von ihnen durchliefen eines oder mehrere der etwa 50 Außenlager, 35 davon allein auf dem Gebiet des heutigen Baden-Württemberg. Heute erinnern im Land 12 Gedenkstätten an die Konzentrationslager „vor der Haustür“. Die Fortbildung, die gemeinsam mit dem Verbund der Gedenkstätten im ehemaligen KZ-Komplex Natzweiler (VGKN) angeboten wird, führt an die Geschichte der Außenlager und des KZ-Komplexes Natzweiler insgesamt heran. Sie macht die Teilnehmenden zugleich mit der Handreichung „Das Konzentrationslager Natzweiler im Elsass“ vertraut. Die Fortbildung wird in der Regel einmal jährlich an einem Ort eines ehemaligen Außenlagers in Baden-Württemberg angeboten.
Rückblicke auf die Fortbildung in Neckarelz 2015
Handreichung „Das Konzentrationslager Natzweiler im Elsass“


Exkursion zum ehemaligen Konzentrationslager Natzweiler

Das Konzentrationslager Natzweiler wurde 1941 im annektierten Elsass errichtet. Im damaligen Baden und Württemberg entstanden 35 seiner insgesamt mehr als 50 Außenlager. Heute erinnern 12 Gedenkstätten im Land an die Konzentrationslager „vor der Haustür“. Auch das Hauptlager in den Vogesen ist zu einer europäischen Gedenkstätte umgestaltet worden. Die Exkursion führt an das ehemalige Hauptlager und an die Gedenkstätte, das Centre Européen du Résistant Déporté (CERD), informiert über die Geschichte des Orts und gibt Lehrkräften zugleich praktische Hinweise für einen didaktisch aufbereiteten Besuch.
Rückblick auf die Exkursion 2016

Machtübernahme - Baden 1933

Die nationalsozialistische Machtübernahme im Spannungsfeld von Landes- und Reichspolitik

Im Rahmen der Fortbildung werden Ereignisse, Wahrnehmungen und Wirkungen des Übergangs von der Demokratie zur Diktatur beleuchtet. Darüber hinaus werden Inhalte und Konzeption der Arbeitsblätter des Materialienhefts „Baden 1933“ vorgestellt. Ein Stadtrundgang durch Karlsruhe zu wichtigen Schauplätzen der nationalsozialistischen Machtübernahme in Baden rundet die Fortbildung ab.
Bestellen und Download des Materialienheftes

Widerstand

Erinnerung an Widerstand an Orten in Baden-Württemberg

Viele Gedenkstätten in Baden-Württemberg erinnern an Unterdrückung, Verbrechen und Leid der NS-Diktatur. Einige verweisen auf die Geschichte des deutschen Widerstands, auf Georg Elser, Claus Schenk Graf von Stauffenberg und die Geschwister Scholl, die alle aus dem deutschen Südwesten stammten. In Königsbronn, Albstadt-Lautlingen, Stuttgart, Forchtenberg, Crailsheim und Ulm stehen diese Akteure des Widerstands im Zentrum von Gedenkstätten und Gedenkorten. In Mössingen erinnern ein Ausstellungsquader und ein virtueller Gedenkort an den Mössinger Generalstreik, einen frühen Akt des Widerstands. Die Fortbildung greift diese unterschiedlichen Formen des Widerstands auf.


Die Geschichte von Oskar und Emilie Schindler

Erika Rosenberg wurde 1951 als Tochter deutscher Geflüchteter in Argentinien geboren. Im Rahmen einer Recherche lernte die Historikerin 1990 Emilie Schindler während eines Interviews für die Deutsche Welle kennen. Ihr in der Öffentlichkeit kaum bekannter Einsatz bei der Rettung der 1.200 Jüdinnen und Juden an der Seite ihres Mannes Oskar bewegten Erika Rosenberg sehr und führten zu der Entscheidung, ein Buch über diese Frau zu schreiben. In ihrem Vortrag skizziert Erika Rosenberg die Geschichte des Rettungswiderstands des Ehepaars Schindler und berichtet vom Besuch des Filmsets von „Schindlers Liste“.

 

DDR-Zeitzeugen

Zeitzeug*innen der DDR im Unterricht

Zeitzeug*innengespräche sind ein beliebtes Format im Schulunterricht. In der Fortbildung kommen mehrere Zeitzeug*innen selbst zu Wort. Außerdem erhalten die Teilnehmer*innen hilfreiche Tipps, wie sie selbst mit Zeitzeug*innen im Unterricht arbeiten können. Ein Input-Vortrag zum Thema „DDR im Geschichtsunterricht“ und eine Führung durch das DDR-Museum Pforzheim runden das Programm ab.

Seminarangebote für den Unterricht

Seminarkurs

Schüler*innenguides an Gedenkstätten

Die LpB bietet in Zusammenarbeit mit der LAGG und dem Kompetenzzentrum für geschichtliche Landeskunde am ZSL ein zweitägiges Fortbildungsmodul für Schüler*innen zu Schüler*innenguides an einer örtlichen Gedenkstätte an. Das Modul sollte in der Regel im Rahmen eines Seminarkurses der gymnasialen Oberstufe stattfinden. Die Führung kann als Prüfungsleistung im Rahmen des Seminarkurses gewertet werden. Spezifische Themen und Art der Gedenkstätte werden in Absprache mit der LpB festgelegt.
Anfragen und Kontakt

Exkursionstag

Spuren der Ausgrenzung entdecken – historisch-politische Bildung vor Ort erleben

Im Rahmen der Exkursion erfahren Schüler*innen an einer Gedenkstätte in der Region, wie die Ausgrenzung von Menschen vor und während der NS-Zeit zunächst maßgeblich zur Aushöhlung der Demokratie beitrug und schließlich in der Verfolgung und Ermordung der Ausgegrenzten endete. Umrahmt wird der Gedenkstättenbesuch von einem pädagogischen Begleitprogramm zur Vor- und Nachbereitung durch Teamer*innen der LpB. In diesem Rahmen überlegen die Schüler*innen auch, wo und in welcher Form ähnliche Phänomene heutzutage auftauchen und wie man sich der Ausgrenzung entgegenstellen kann. Eine Kooperation der Außenstelle Ludwigsburg, des Fachbereichs Gedenkstättenarbeit und des Team meX.
Anfragen und Anmeldung (Nordwürttemberg)

 

Publikationen und Materialien

Lese- und Arbeitshefte

In regelmäßigen Abständen publiziert der Fachbereich Gedenkstättenarbeit Lese- und Arbeitshefte in der Reihe MATERIALIEN. Sie vermitteln historisches Wissen zu einem spezifischen Thema aus der Gedenkstättenarbeit in Baden-Württemberg, kombiniert mit praktischen Anregungen für die Bildungsarbeit. Sie lassen sich im Schulunterricht, in der Jugendarbeit und an Gedenkstätten einsetzen. Darüber hinaus widmen sich einige Ausgaben der Reihen „Politik & Unterricht“ und „Bürger & Staat“ historischen Themen.
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Mediale Vermittlungsangebote

Eine Multimedia-Reportage

„Ein Dorf gegen Hitler“ – Der Mössinger Generalstreik

Studierende der Universität Tübingen haben die Geschichte des Mössinger Generalstreiks von 1933 filmisch aufbereitet und in diesem Multimedia-Angebot veröffentlicht. Neben der Chronologie des Streiks beschäftigt sich die Website mit der kollektiven Erinnerung an das Ereignis und deren Entwicklung von der unmittelbaren Nachkriegszeit bis in die Gegenwart.
Multimedia-Reportage

Filmprojekt

„Mehr als alte Steine“ – Gedenkstättenarbeit in Baden-Württemberg

In Zusammenarbeit mit der LpB erstellten Studierende der Hochschule der Medien, Stuttgart (HdM) im Rahmen der Lehrveranstaltung „Videoproduktion“ einen Film über die Gedenkstättenarbeit in Baden-Württemberg.
weitere Infos und Film

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