Gedenkstättenreise von Landtagspräsidentin Muhterem Aras 2024

Die Gedenkstättenreise der Präsidentin des Landtags von Baden-Württemberg Muhterem Aras MdL führte sie in diesem Jahr an den Bodensee. Am 11. und 12. Juli 2024 besuchte sie vier Gedenkstätten in Öhningen-Wangen, Überlingen, Gailingen und Singen.

Die erste Station der Reise war die Jacob Picard Gedenkstätte in Öhningen-Wangen. Nach der Besichtigung der Gedenkstätte im Rathaus und der Begegnung mit dem Zeitzeugen Gert Wolf schloss sich ein Rundgang durch den Ort u. a. zum Standort der 1938 zerstörten Synagoge und zum jüdischen Friedhof an. In Überlingen fand gemeinsam mit rund 100 Schülerinnern und Schülern eine Führung durch den Goldbacher Stollen statt, der von Häftlingen des KZ Dachau für die Untertageverlagerung der Rüstungsproduktion gebaut werden musste. Der Stollen ist Teil der Dokumentationsstätte Goldbacher Stollen und KZ Aufkirch.

Im Jüdischen Museum in Gailingen, das sich im ehemaligen jüdischen Schulhaus gegenüber der Gedenkstätte für die bei den Novemberpogromen zerstörte Synagoge befindet, besichtigte die Landtagspräsidentin die Dauerausstellung des Museums sowie die Sonderausstellung „Eintauchen“ mit künstlerischen Werken in der Mikwe. Zum Abschluss der Reise stand die Theresienkapelle Singen auf dem Programm, ein Ort, der verschiedene Zeitschichten in sich birgt: die Zeit des Nationalsozialismus und des Einsatzes von Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern in der Singener Industrie sowie die Zeit der französischen Besatzung, in der die Kapelle von deutschen Kriegsgefangenen erbaut wurde. Ab den 1960er Jahren wurde die Kapelle von italienischen Gastarbeiter-Familien für Gottesdienste genutzt.

Über das Kennenlernen der Orte und ihrer Geschichte hinaus stand die Begegnung mit den Menschen im Fokus, die haupt- und insbesondere auch ehrenamtlich die Gedenkstättenarbeit vor Ort tragen. Eine Abendveranstaltung am 11. Juli in Schloss Salem thematisierte verschiedene Aspekte und Dimensionen gegenwärtiger und zukünftiger Erinnerung. Dabei folgte einem Impulsvortrag von Friedenspreisträgerin Prof. (em.) Dr. Dr. h. c. Aleida Assmann eine Diskussion mit Schülerinnen und Schülern aus Salem, Überlingen und Ravensburg.

Die Gedenkstättenreise wurde von der Landtagsverwaltung in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg organisiert und veranstaltet.

Programm der Gedenkstättenreise
Pressemitteilung

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