Neue Publikation zum KZ-Außenlager Hailfingen/Tailfingen

2009 erschien im Berliner Metropol-Verlag das Gedenkbuch „Jeder Mensch hat einen Namen“, für das Volker Mall und Harald Roth in jahrelanger Arbeit die Leidenswege der 600 jüdischen Häftlinge rekonstruiert haben, die Mitte November 1944 aus dem KZ Stutthof bei Danzig in das KZ-Außenlager Hailfingen/Tailfingen deportiert worden sind. Für ihre Recherchen und dieses Buch bekamen die Autoren 2010 den Landespreis für Heimatforschung Baden-Württemberg.

Die Recherchen gingen danach weiter. 2014 erschien Volker Malls „Die Häftlinge des KZ-Außenlagers Hailfingen/Tailfingen“, das Daten und Porträts aller 600 Hailfinger Häftlinge enthält.
In den letzten Jahren haben viele Archive ihre Daten online gestellt. So gab es eine Fülle neuer Informationen z. B. auf der Holocaust Survivors and Victims Database des USHMM, der JewishGen’s Holocaust Database, bei der Fondazione CDEC, beim HDKE (Dokumentationszentrum Holokauszt Emlékközpont in Budapest), der CDED Digital Library und beim ITS in Bad Arolsen (seit Mai 2019 Arolsen Archives).

Außerdem sind viele Kontakte zu Angehörigen der Häftlinge entstanden, die einiges Neues mitgeteilt haben.
Alte Erkenntnisse und neue Informationen fanden jetzt Eingang in das neue Buch „Die Häftlinge des KZ-Außenlagers Hailfingen/Tailfingen“ von Harald Roth, Volker Mall und Johannes Kuhn.

 

Harald Roth/Volker Mall/Johannes Kuhn
Die Häftlinge des KZ-Außenlagers Hailfingen/Tailfingen
40 448 bis 41 047: Das Nummernbuch des elsässischen KZ Natzweiler-Struthof führt 600 jüdische Häftlinge auf, die Mitte November 1944 aus dem KZ Stutthof bei Danzig in das KZ-Außenlager Hailfingen/Tailfingen deportiert worden sind. Die Buchhalter des Todes machten aus Menschen Nummern – ob in Auschwitz, Natzweiler, Dachau oder anderen Konzentrationslagern. Das Lager existierte von Mitte November 1944 bis Mitte Februar 1945. In diesen drei Monaten kam fast ein Drittel der Häftlinge ums Leben. Volker Mall, Harald Roth und Johannes Kuhn haben in jahrelanger Arbeit die Leidenswege der Häftlinge rekonstruiert. Dieses Buch gibt den Toten und Überlebenden des KZ-Außenlagers Hailfingen/Tailfingen durch Selbstzeugnisse, biografische Recherchen und Fotografien Namen und Würde zurück.
Mit einem Grußwort von Fredy Kahn.
Viele Grafiken, Dokumente und Fotos.
Gäufelden/Norderstedt (Book on Demand) 2021
552 Seiten, 34 Euro, E-Book 2,99 Euro
ISBN 978-3-7526-8409-4

 

Für ihre Erinnerungsarbeit bekamen Volker Mall und Harald Roth 2018 den Obermayer Award und das Bundesverdienstkreuz.

Fredy Kahn, Sohn des KZ-Überlebenden Harry Kahn, im Grußwort:

"Voller Respekt erwähne ich deshalb die Gedenkarbeit, welche Volker Mall und Harald Roth zusammen mit Johannes Kuhn in dieser Zeit geleistet haben. Ihre akribische historische Aufarbeitung der Vorkommnisse und Zusammenhänge im KZ-Außenlager Hailfingen/Tailfingen ist einzigartig. Bewundernswert sind der Mut und die Ausdauer, die für eine solche Aufarbeitung notwendig waren. Dies gilt besonders, da sie in den Anfangsjahren einen erheblichen Gegenwind bei ihren Recherchen zu spüren bekamen.

Für mich bedeutet ihre Arbeit, welche wohl ihre Krönung in dem jetzt veröffentlichten Werk erfahren hat, jedoch weit mehr, als nur ihre herausragende historische Dimension. […]

Ja, und hierin liegt das Besondere im Wirken von Volker und Harald, die mir beide im Laufe der Jahre zu guten Freunden geworden sind. Sie gaben den Leidenden und den Opfern wieder einen Namen, nachdem viele der Gefangenen nur noch zu einer Nummer herabgewürdigt worden waren. Sie ermöglichten den Nachkommen eine Vorstellung dessen, auf welche Weise ihre Verwandten das Ende ihrer Leidenszeit dort verbringen mussten. Sie schufen somit gleichzeitig einen Ort, an welchem man ein stilles Gedenken abhalten kann."

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