Aus den Gedenkstätten:

30 Jahre LAGG – und eine virtuelle Ausstellung

2025 feiert die Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten und Gedenkstätteninitiativen in Baden-Württemberg (LAGG) ihr 30-jähriges Bestehen. 1995 hatten sich rund 20 Erinnerungsorte zur Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten (LAG) in Vaihingen an der Enz und Freudental zusammengeschlossen mit dem Anliegen, die Erinnerung an die nationalsozialistische Gewaltherrschaft und ihre Opfer wachzuhalten und die gemeinsame Erinnerungsarbeit zu stärken. Heute hat die LAGG über 80 Mitglieder, die sich ganz unterschiedlicher historischer Orte von Verfolgung und Widerstand angenommen haben und dabei verschiedene Verbrechenskomplexe in den Blick nehmen. 

Mit vielfältigen Informations- und Vermittlungsangeboten leisten die Gedenkstättenmitarbeitenden einen wertvollen Beitrag zur historisch-politischen Bildungsarbeit und wissenschaftlichen Forschung – und das zu einem großen Teil ehrenamtlich. Dabei geht es längst um mehr als um die Geschichte. Globale Konflikte, erodierende Demokratien, Hate Speech im Internet – all das spielt in die Gedenkstättenarbeit mit hinein. Nicht nur die Nachfrage nach Angeboten der Gedenkstätten, auch die Herausforderungen sind über die Jahre gewachsen. Als umso wichtiger erweisen sich Austausch und Vernetzung zwischen den Einrichtungen, wie sie innerhalb der LAGG stattfinden.

Am 5. Juli 2025 hat die LAGG diese und andere Themen bei ihrem Festakt im Erinnerungsort Hotel Silber in Stuttgart reflektiert und diskutiert. Die Veranstaltung stand unter der Schirmherrschaft der Präsidentin des Landtags von Baden-Württemberg Muhterem Aras MdL, die zur Eröffnung ein Grußwort hielt [zur Rede]. Ein Kurzgespräch, das Dr. Katrin Hammerstein, Leiterin des Fachbereichs Gedenkstättenarbeit der LpB, mit Dr. Cornelia Hecht-Zeiler, Direktorin des Hauses der Geschichte Baden-Württemberg, und Sibylle Thelen, Direktorin der LpB, führte, gab Einblicke in die Bedeutung und Rolle von Gedenkstätten für die Geschichtsvermittlung und die politische Bildung.

Der Vortrag von Dr. Marco Brenneisen, MARCHIVUM, KZ-Gedenkstätte Sandhofen und Vorsitzender des VGKN, richtete den Blick auf die Geschichte und Entwicklung der LAGG seit ihrer Gründung 1995. Dr. Julana Bredtmann, die das Gedenkstättenreferat bei der Topographie des Terrors in Berlin leitet, ordnete die baden-württembergische Situation in den größeren nationalen und internationalen Kontext ein. Anschließend gab es eine Gesprächsrunde zwischen den beiden Referierenden sowie Dr. Nicola Wenge, Leiterin des Dokumentationszentrums Oberer Kuhberg Ulm und im LAGG-Sprecherrat, und Jost Grosspietsch vom Freundeskreis Ehemalige Synagoge Sulzburg, der ebenfalls Mitglied des Sprecherrats der LAGG ist.

Der Fachbereich Gedenkstättenarbeit der LpB präsentierte bei der Veranstaltung außerdem die virtuelle Ausstellung „Dingliche Erinnerung. Objekte aus Gedenkstätten der LAGG“, die gemeinsam mit der LAGG und den Mitgliedsgedenkstätten und -initiativen erstellt wurde und seit dem 5. Juli online abrufbar bzw. begehbar ist. In der Ausstellung werden ganz unterschiedliche Objekte gezeigt, die alle eine spezifische Bedeutung für den jeweiligen Ort und dessen Erinnerungsarbeit haben. Sie geben zugleich einen Einblick in die Vielfalt der Gedenkstättenlandschaft von Baden-Württemberg. Insgesamt werden 56 Exponate und ihre Geschichten vorgestellt. Neben historischen Dokumenten, Fotografien und Zeichnungen umfasst dies z. B. auch Judaica, Gebrauchsgegenstände und viele weitere Zeugnisse der NS-Zeit und der DDR-Geschichte. Impressionen des Festakts „30 Jahre LAGG“ im Erinnerungsort Hotel Silber runden die Ausstellung ab.

Hier geht es zur Ausstellung.

Text: LAGG und LpB

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