Aus den Gedenkstätten:

Neue Website des Arbeitskreises Zwangsarbeit in Stuttgart

Seit dem 20. Januar 2026 ist die Website des „Arbeitskreises Zwangsarbeit in Stuttgart“  online. Der Arbeitskreis entwickelte sich aus den Stuttgarter Stolpersteininitiativen und ist Mitglied in der Initiative Lern- und Gedenkort Hotel Silber. In mehrjähriger, ehrenamtlicher Arbeit hat der Arbeitskreis in Archiven, in der Literatur und bei Ortskundigen recherchiert, um alle verfügbaren Informationen zum lange Zeit vernachlässigten Thema der Zwangsarbeit in Stuttgart zusammenzutragen. Die erarbeiteten Fakten werden nun auf der Homepage der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. 

Digitale Karte
Kernstück der Website ist eine interaktive Karte, auf der die bisher dokumentierten mehr als 200 Unterbringungsorte für Zwangsarbeiter:innen dargestellt werden. Zusätzlich können durch Anklicken weitere Informationen zur Anzahl der jeweils vor Ort untergebrachten Personen, zu deren Herkunft, zum Träger des Lagers und zu den Arbeitgebern, soweit vorhanden, abgerufen werden. Zwangsarbeiter:innen waren in Lagern, in Schulen, in Gastwirtschaften, in Privatwohnungen untergebracht und arbeiteten in der Industrie, im Handwerk, in der Landwirtschaft, bei der Stadt, bei den Kirchen, in Privathaushalten. Rund 40.000 Zwangsarbeiter:innen waren während des Zweiten Weltkriegs in Stuttgart beschäftigt. Zwangsarbeit war allgegenwärtig.

Liste der verstorbenen Zwangsarbeiter:innen und Einzelbiografien
Neben der Karte findet sich auf der Website auch eine Liste von rund 1.500 in Stuttgart verstorbenen Zwangsarbeiter:innen, die bisher dokumentiert werden konnten, außerdem mehrere Einzelbiografien, die den Zwangsarbeiter:innen ein Gesicht und eine persönliche Geschichte geben sollen. Ihr individuelles Schicksal verdeutlicht das Unrecht und die oft menschenunwürdige Behandlung, die viele Zwangsarbeiter:innen hier erfuhren, nicht zuletzt auch die Zwangsarbeiterkinder, die unter den Verstorbenen überrepräsentiert sind. Die Dokumentation auf der Website (Unterbringungs- und Arbeitsorte, Liste der Verstorbenen, Biografien) wird vom Arbeitskreis laufend ergänzt. Mit der Veröffentlichung der Website erhofft sich der Arbeitskreis Zwangsarbeit in Stuttgart vor allem aber auch Reaktionen aus der Öffentlichkeit über hier möglicherweise noch vorhandene Erinnerungen/ Erinnerungsgegenstände oder Fotos, die in Familien, beispielsweise auch in Zuwandererfamilien, zur Zwangsarbeit überliefert wurden.

Weitere Informationen und Veranstaltungen
Auf der neuen Website finden sich darüber hinaus weitere Informationen und Fotos zur Zwangsarbeit in Stuttgart, zur Entstehungsgeschichte des Arbeitskreises, zu seinen Grundsätzen und Zielen, seinen Kooperationen sowie den bisherigen vielfältigen Projekten. Außerdem verweist der Arbeitskreis hier auch auf aktuelle Veranstaltungen und Bildungsangebote. 

Link zur Website: www.zwangsarbeit-in-stuttgart.de 

Text: Arbeitskreis Zwangsarbeit in Stuttgart

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